Halberstadt/Oschersleben l Nach der gelungenen Preisverleihung des Walter-Krienitz-Vereins in der Neindorfer Schlosskapelle entschieden dessen Vorstand und die Leitung der Helios-Bördeklinik, dem Förderverein des Neindorfer Schlosses 500 Euro zu spenden.

„Wir möchten damit dessen ehrgeiziges Ziel unterstützen, das denkmalgeschützte Gebäudeensemble und die ebenfalls denkmalgeschützte Parkanlage zu erhalten“, sagte Dr. Peter Rauh. Der Vizechef des Krienitz-Vereins und Klinik-Geschäftsführer Michael Lange brachten im Beisein des Fördervereinsvorsitzenden Christoph Schmidtpeter die erste Spendertafel im Foyer des Schlosses an.

Die Idee zur Revitalisierung des Neindorfer Schlosses und zur Spendertafel-Aktion hatte der Halberstädter Arzt, Prof. Dr. Steffen Rickes, erstmals anlässlich der Verleihung der Krienitz-Preise in Zerbst geäußert. Vom Bürgersinn und Engagement beeindruckt, mit dem das einst nur noch aus Ruinen bestehende Residenzschloss Stück für Stück wieder zum Leben erweckt wird, schlug der Vorsitzende des Walter-Krienitz-Vereins im Januar 2015 vor, diese Erfolgsgeschichte auf das zum Gelände der Helios-Bördeklinik gehörende Neindorfer Schloss zu übertragen.

Der Vorsitzende des 2015 gegründeten Fördervereins, Christoph Schmidtpeter, bedankte sich für die finanzielle Unterstützung und sprach die Hoffnung aus, dass sich weitere Spender finden. „Ein jeder kann helfen – Firmen, Vereine oder Privatperson. Ab 500 Euro wird eine Spendertafel graviert und im Schloss sichtbar platziert“, versicherte er.

Schmidtpeter, der an der Aufarbeitung der Geschichte des Schlosses arbeitet und sich mit seinen Mitstreitern dafür einsetzt, das seit 2004 leer stehende historische Gemäuer für die Zukunft nachhaltig zu gestalten, ist an weiteren Vereinsmitgliedern und Sponsoren interessiert.

Der Vereinschef sucht zudem nach Zeugnissen aus jener Zeit, als das Gebäudeensemble und die Außenanlagen „noch voller Leben waren“.

Fotos werden gesucht

Seine bisherigen Nachforschungen seien nur von wenig Erfolg gekrönt gewesen. Es gebe im Landeshauptarchiv zwar viele geschäftliche Unterlagen. Diese würden jedoch kaum etwas über die Gebäude und Anlagen verraten.

„Ich suche Fotos von innen und außen, Aufzeichnungen, Dokumente, Zeichnungen, Zeitungsartikel und andere Zeitzeugnisse, die sich möglicherweise in privatem Besitz befinden. Wenn so etwas als Original oder Kopie zur Verfügung gestellt wird, ist uns damit sehr geholfen.“

Interessiert ist Schmidtpeter auch an Hinweisen zum Verbleib von Mobiliar und anderem Inventar, das sich zum Teil noch 1948 auf dem Dachboden des 1944 zum Krankenhaus umgenutzten Schlosses befand.

Als verschollen gilt seit Kriegsende die umfangreiche Kupferstich-Sammlung, von der es heißt, Maximilian Asche von Asseburg habe sie vermutlich selbst versteckt.

Gerüchte besagen sogar, dass sie auf dem ehemaligen Schlossgelände vergraben wurde. Dort soll angeblich auch das Auto des letzten Schlossbesitzers ein unterirdisches Versteck gefunden haben.

Vorstandsmitglied Michael Lange und Helios-Pressesprecherin Caterin Schmidt hoffen mit Christoph Schmidtpeter sowie Steffen Rickes und dessen Mitstreitern auf Unterstützer, die mit historischem Wissen und Zeitzeugnissen sowie finanzieller Hilfe dafür sorgen, dass dem Schloss Neindorf eine eben solche Zukunft bevorsteht, wie sie in Zerbst bereits gelebt wird.

Wer Material über das Schloss zur Verfügung stellen kann, wer Vereinsmitglied werden oder spenden möchte, kann sich an Christoph Schmidtpeter wenden, Telefon: 03949/935 421, E-Mail: christoph.schmidtpeter@helios-kliniken.de.