Osterweddingen l Schon vor mehr als fünf Jahren war eine zusätzliche Anbindung an das Gewerbegebiet über die B 81 hinter dem f-Glaswerk, wo heute die riesigen Gewächshäuser entstehen, ins Gespräch gebracht worden. Jedoch war diese Variante vom Bund als Baulastträger wegen der Nähe zu den Auffahrten zur A 14 abgelehnt worden. Doch mit der Tatsache, dass weitere Investoren, vor allem Logistikunternehmen vor der Ansiedlung ins Gewerbegebiet Sülzetal stehen, kommt eine bessere und zusätzliche Anbindung der Areale auch unter dem Gesichtspunkt, dass die Bebauung des B-Plan 7 mit weiteren Gewerbeflächen ansteht, wieder auf die Tagesordnung. Aus diesem Grund hatte der CDU-Landtagsabgeordnete Guido Heuer den Staatssekretär des Verkehrsministeriums, Dr. Sebastian Putz, für ein Gespräch in die Gemeinde Sülzetal geholt. Auch Landrat Hans Walker war dazu gekommen, wird doch das Gewerbegebiet in Osterweddingen von zwei Kreisstraßen umschlossen. Im Gespräch und schließlich auch während einer Rundfahrt wurde einerseits die Dringlichkeit und anderseits Varianten einer weiteren Anbindung aufgezeigt.

Land und Bund ins Boot holen

Landrat Hans Walker betonte vor allem, dass bei der Suche nach einer weiteren Erschließungsstraße in jedem Fall die GSA (Grundstücksfonds Sachsen-Anhalt) ins Boot geholt werden müsste. Auch der Bund, der bislang mauerte, müsse seine Haltung überdenken. „Wir sollten über den Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens unseren Einfluss geltend und auf die Probleme hier vor Ort aufmerksam machen und die Verantwortlichen hierher holen“, machte der Landrat deutlich.

Die Hauptverkehrsader im Gewerbegebiet Osterweddingen, die Lange Göhren, ist schon an die Belastungsgrenze angekommen und bedarf der dringenden Sanierung. Doch damit tut sich ein weiteres Problem auf. „Es ist eine Gemeindestraße. Mit dem Umstand, dass es in Osterweddingen wiederkehrende Straßenausbaubeiträge gibt, wären allein die Bürger dieses Dorfes an den Kosten beteiligt, obwohl die Gewerbegebiete für das gesamte Sülzetal gelten. Ziel müsste es also sein, ein Sonderabrechnungsgebiet zu schaffen“, erklärte Guido Heuer dem Staatsekretär. Eine andere Variante wäre, die Straße hochzustufen, sprich in die Verantwortung des Kreises oder des Landes zu geben. Aber Landrat Hans Walker verwies darauf, dass dieses Verfahren einfach zu lange dauere.

Brücken bringen Probleme

Ein weiteres Problem seien die Brücken, die ins Gewerbegebiet führen. Diese seien schon heute an ihre Belastungsgrenzen angekommen und können den weiterhin zu erwartenden Lkw-Verkehr nicht mehr bewältigen. Andererseits könnte eine desolate Brücke, eine sogenannte Wirtschaftsbrücke für den landwirtschaftlichen Verkehr über die B 81 zwischen Langenweddingen und Osterweddingen möglicherweise der Schlüssel zu einer neuen Anbindung in das Gewerbegebiet sein. Guido Heuer jedenfalls nutzte die Gelegenheit und zeigte dem Staatssekretär das Areal.

Neben den Straßen im Gewerbegebiet wurde dem Staatssekretär ein weiteres „Problem“ mit der Bitte um Unterstützung aufgezeigt. In Osterweddingen soll am Weinberg, neben dem Sportplatz, ein neues Wohngebiet entstehen. Die Rede ist von einem etwa 15 Hektar großen Areal auf dem 50 bis 60 neue Häuser entstehen sollen. Für ein „kleines Nest“ wie Osterweddingen eine Nummer zu groß und aus raumordnerischen Gründen müsse das Land in diesem Fall sein Okay geben, zumal ein derartiges Wohngebiet im Landesentwicklungsplan nicht verankert ist.

Nachfrage nach Bauland

Inzwischen sei die geplante Fläche auf ca 12 Hektar verkleinert worden und die Gemeinde habe für eine mögliche Genehmigung bereits ihre Hausaufgaben gemacht. Und die sahen so aus, dass die Gemeindeverwaltung in den Unternehmen des Gewerbegebietes Sülzetal den Bedarf nachgefragt hat. Dabei kam heraus, dass aktuell 43 Familien, die möglicherweise jetzt zum Arbeitsort pendeln, in Osterweddingen bauen würden. Der „sportliche Fahrplan“, sieht so aus, dass möglicherweise im nächsten Jahr das Bauen beginnen soll.

„Für die Genehmigung dieses Wohngebietes spricht, dass das Sülzetal ein Vorrangstandort für Industrie und Gewerbe ist. Entsprechend muss der ländliche Raum weiter entwickelt werden. Dazu gehört, dass die Menschen wohnen, wo sie arbeiten. Das entlastet die Straßen und schont die Umwelt“, so Putz. Er sieht gute Chancen, das Wohngebiet in Zusammenarbeit mit dem Landesverwaltungsamt und der Regionalen Planungsgemeinschaft genehmigt zu bekommen. Erst recht, da ein neues Wohngebiet ein sogenannter weicher Standortfaktor für die Ansiedlung weiterer Investoren wäre.