Hötensleben l Längst schon steht das Gotteshaus St. Bartholomäus für Musikgenuss der exquisiten Art, wird doch hier regelmäßig das Weihnachtsoratorium aufgeführt. Auch die Johannes-Passion und der Messias von Händel standen schon auf dem anspruchsvollen Konzertprogramm der Hötensleber Kirchengemeinde.

Passend zur beginnenden Karwoche erklang vorigen Sonnabend Passionsmusik – von Giovanni Battista Pergolesi („Stabat mater“) und von Johann Sebastian Bach die Arie „Erbarme dich Herr“ aus der Matthäus-Passion sowie die Kreuzstabkantate. Beiden Stücken wohnt die Thematik körperlichen des Leids Jesu Christi und des Seelenschmerzes der Betrachter der Passion inne.

Pergolesis letztes vollendetes Werk

Dabei ist das „Stabat Mater“ ein mittelalterliches Gedicht, das die Mutter Jesu in ihrem Schmerz um den gekreuzigten Sohn zum zentralen Inhalt hat. Vertont wurde es von Giovanni Battista Pergolesi im Jahre 1735. Es gilt als sein letztes vollendetes Werk, bevor er nur ein Jahr später im Alter von 26 Jahren an Tuberkulose verstarb.

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Die Kreuzstab-Kantate handelt von der Hoffnung auf Erlösung von allem irdischen Leid durch den Tod, verbunden mit der Hoffnung auf das ewige Leben in der Herrlichkeit Gottes. „Dies stellt einen besonderen Bezug zum Barockaltar der Bartholomäuskirche dar“, erklärte Pfarrer Peter Mücksch, „wird hier doch die Kreuzabnahme Jesu gezeigt.“ Das Kreuz schließe somit sinnbildlich den Himmel auf.

Hausherr dirigiert selbst

Der Hausherr griff als musikalischer Leiter wieder selbst zum Dirigentenstab, und gemeinsam mit den Musikern der „Saxonia Music Company“ Leipzig mit ihrem Direktor Roland Schaetz, der Quedlinburger Sopranistin Conny Hermann, der Alt-Stimme Inga Jäger und Bass Michael Pommer aus Leipzig und der Unterstützung der Chorgemeinschaft Hötensleben erlebten die Anwesenden ein bewegendes Musikerlebnis.

Für viele Konzertbesucher war die Arie „Erbarme dich Herr“ aus der Matthäus-Passion von Bach das Highlight des Nachmittags. Das liebevoll gestaltete Programmheft rundete das genüssliche Konzerterlebnis ab.

Stehende Ovationen und minutenlanger Beifall waren der verdiente Lohn für die Künstler, die es wieder einmal geschafft hatten, ein Konzert der Extraklasse in Hötensleben zu gestalten und damit das kulturelle Leben zu bereichern.

Heitere Töne im Sommer

Peter Mücksch bedankte sich bei allen Mitwirkenden und den treuen Konzertbesuchern sowie dem Kirchenkreis Egeln „für die freundliche Unterstützung bei der Finanzierung der Aufführung.“

Für den Sommer stellte der Pfarrer bereits einen weiteren Höhepunkt in Aussicht. Beim Sommerfest ist die Saxonia Music Company unter Leitung von Roland Schaetz wieder in Hötensleben zu Gast. Dann erklingt unter anderem heiter-beschwingte Musik von Johann Strauß.