Peseckendorf l Aufgeregt rief eine Peseckendorferin in der Volksstimme-Redaktion an. „Das Tor zum einstigen Wirtschaftshof des Peseckendorfer Schlosses ist immer geschlossen und jetzt wurde von der Kastanienallee aus auch noch ein Bauzaun aufgestellt. Jetzt kommt man überhaupt nicht mehr in den Park. Darf der Verwalter das überhaupt?“, so die Frage der Leserin.

Nicht nur von der Volksstimme wurde Andrik Krüger, stellvertretender Landesgeschäftsführer des Paritätischen Sachsen-Anhalt, in dessen Besitz das Peseckendorfer Schloss noch immer ist, vom Bauzaun informiert. Dorfbewohner und die Stadtverwaltung Oschersleben setzten ihn vom Geschehen in Peseckendorf in Kenntnis. Gegenüber der Volksstimme sagte Krüger: „Wir werden Mike Lehfeld auffordern, den Zaun zu entfernen. Auch wenn der Paritätische aktuell beim Landkreis Börde den Antrag auf Löschung des Wegerechtes gestellt hat und wir andere Vereinbarungen prüfen lassen, rechtfertigt dies nicht das Aufstellen des Bauzaunes“, so Krüger.

Oscherslebens Pressesprecher Matthias Schulte teilte zum Problem mit, dass die Stadt ursprünglich durch eine Ersatzvornahme, das heißt auf Kosten der Stadt, den Bauzaun wieder entfernen lassen wollte, doch stattdessen fordert die Stadtverwaltung Mike Lehfeld auf, den Zaun am Montag wieder zu entfernen. Wenn nicht, werde es die Stadt auf seine Kosten tun.

Zeitverlust im Notfall

Wenn das Tor geschlossen ist und nun auch noch der Bauzaun im Weg ist, wie kommen im Notfall Feuerwehreinsatzfahrzeuge an die Löschwasserentnahmestelle? „Die Feuerwehr bahnt sich ihren Weg und hat auch Schlüssel. Dabei geht aber wertvolle Zeit verloren“, so der Pressesprecher. Er bestätigt, dass die Prüfung der Baulast, des Wegerechtes, beim Landkreis noch nicht abgeschlossen sei.

Mike Lehfeld, der seit dem Schließen der Landesjugendbildungsstätte des Paritätischen im Peseckendorfer Schloss wohnt, verteidigt sein Agieren. Schon länger habe es Probleme im und rund um den Park gegeben. Vor allem seien es freilaufende Hunde, die ihre Haufen auf den Wegen und Wiesen hinterlassen. Weil es im Park keine Mülleimer gäbe, liege oft Müll rum. Zudem habe Mike Lehfeld mehrfach die Polizei geholt, weil Autos bis in den Park hineingefahren seien, auch gab es Einbruchversuche am Schloss. „Wir fühlen uns hier nicht sicher.“ Er präsentiert der Volksstimme das Protoll einer Beratung, stattgefunden im April 2016 mit Ordnungsamt und Bürgermeister Kanngießer. Nach dieser Beratung wurden Poller zum Parkplatz am Park aufgestellt. Diese seien laut Lehfeld aber immer wieder abgeklappt, so dass doch Autos in den Park gelangen konnten. Es sollten Bänke und Mülleimer im Park aufgestellt werden. Das sei bis heute nicht geschehen. Im Protokoll heißt es auch, dass die Poller durch ein Tor und eine immer offen zu haltende Tür ersetzt werden sollen. Diese Maßnahme wollte der Paritätische veranlassen und bezahlen. Und eben mit besagtem Protokoll verteidigt Lehfeld das Aufstellen des Zaunes.