Dobbrun l Am 15. Dezember steht für Dobbrun der nächste Entsorgungstermin an: Ob die gelben Tonnen dann tatsächlich abgeholt werden, steht noch in den Sternen. „Wir würden gern entsorgen“, betont Norman Mattke, zuständiger Projektleiter beim in Tangerhütte ansässigen Auftraggeber Cont-Trans. Dieser sieht nun den Landkreis Stendal in der Pflicht. Denn schon seit längerer Zeit weise das Unternehmen auf das für den Osterburger Ortsteil bestehende Problem hin: Die Straßen nach Dobbrun seien nicht in ordentlichem Zustand.

Drei Zuwegungen führen in den an der Biese gelegenen Ort. Cont-Trans favorisiert die von der B 189 in Nachbarschaft des Kreuzungsbereiches Osterburg-Nord kommende Zufahrt in das rund 120 Einwohner zählende Dorf. Allerdings muss die Ausweichstrecke laut Mattke ertüchtigt werden. Geäst der direkt an der Strecke stehenden Bäume wuchert auf den Plattenweg, der zudem noch einige Schlaglöcher aufweist. Diesen Zustand will die Tangerhütter Firma, die seit 2015 die Leichtverpackungen im Landkreis entsorgt, nicht hinnehmen. Mattke möchte die Situation vor dem Termin Mitte Dezember eigens beurteilen und dann entscheiden, ob die Straße problemlos befahrbar ist.

Bisher ließ Cont-Trans die Dobbruner Bürger nicht im Stich und holte die gelben Kübel zu den angesetzten Terminen ab. Auch deshalb ist Ortssprecher Ullrich Krüger gelassen. „Bisher hat alles geklappt.“ Ihm ist das Problem bewusst, er hofft aber, dass sich beide Seiten einigen können und die von der Entsorgungsfirma favorisierte Strecke auf Vordermann gebracht wird. Krüger möchte sich keineswegs vorstellen, wenn am 15. Dezember die gelben Tonnen an den Straßen gefüllt bleiben...

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Danach sieht es momentan jedoch nicht aus. Madlen Gose, Geschäftsführerin der ALS Dienstleistungsgsellschaft, ein Tochterunternehmen des Landkreises, versicherte im Gespräch mit der Volksstimme, dass die Ausweichstrecke ausgehend von der B 189 und über Kalandshofen ausgebessert wird. Das Straßenbauamt übernimmt dabei den Baumschnitt. Bereits gestern waren Mitarbeiter damit beschäftigt.

Die beiden anderen Wege in das Dorf scheiden aus anderen Gründen für Cont-Trans aus. Die von der Landesstraße 9 (Richtung Meseberg) ausgehende Abfahrt beherbergt zwei lastbeschränkte Brücken. Eine 1,3 Kilometer, die andere rund 300 Meter vor dem Ortseingang.

Beide Bauwerke weisen ein Maximalgewicht von 16 Tonnen aus - und sind damit von der Traglast nicht ausreichend. „Als Entsorger müssen wir uns natürlich an geltendes Recht halten“, so Mattke. Die Fahrzeuge von Cont-Trans sind mit mehr Tonnen unterwegs, mit rund 26 Tonnen.

Eine dritte Möglichkeit, nach Dobbrun zu gelangen, stellt der von Falkenberg kommende landwirtschaftliche Weg dar. Aber auch diesen muss das Unternehmen meiden. „Wir haben einmal Bußgeld für die Nutzung eines Wirtschaftsweges bezahlt“, erinnert sich Norman Mattke. Und wenn keine Ausnahme-Beschilderungen an solchen Wegen gekennzeichnet sind oder Umwidmungen dieser Straßen nicht zum Erfolg führen, seien sie für Cont-Trans tabu.