Bretsch l Auf der Habenliste stehen unter anderem neun organisierte und mehrere nicht näher dokumentierte Arbeitseinsätze. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich oft das Museum, das die Heimatfreunde im ehemaligen Bürotrakt des Volkseigenen Gutes Bretsch mit Wohlwollen der Gemeinde einrichten durften. Die Geschichte vom Leben der Altvorderen von der „Altmärkischen Höhe“, deren handwerklichen und landwirtschaftlichen Aktivitäten sind inzwischen gut sortiert und zum Großteil dokumentiert zu besichtigen, teils sogar praxisnah zu erleben. Und das zur Freude von älteren Gästen, die viele Gerätschaften aus eigener Erfahrung kennen, aber auch von Kindern, die so unter anderem erfahren, wie aus Flachs Leinen oder aus Milch Butter wird, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Steigende Besucherzahlen sind der Mühen Lohn. Zwölf Führungen stehen in der Bilanz – unter anderem auch die am Rande der Tagung des Altmärkischen Heimatbundes im Bretscher Gasthof. Dazu kommen die bislang zehn Öffnungstage jeweils am letzten Sonnabend im Monat, die bislang gut angenommen wurden und fortgesetzt werden sollen. Ein Höhepunkt war natürlich wieder der Museumstag am 21. Mai, der viele Interessierte anzog, die den Besuch mit einer Tasse Kaffee, einem Stück Kuchen, einem Imbiss oder einer Erfrischung verbanden.

Damit die Vereinsmitglieder ihren geschichtlichen Horizont erweitern, gab es Exkursionen. Unter anderem nach Quedlinburg unter dem Motto „Auf den Spuren von Albrecht der Bär“ oder ins Salzwedeler Danneil-Museum mit einer speziellen Führung zur Frühgeschichte und zu Großsteingräbern. Denn von den Hünengräbern der Region hat Bretsch allein drei zu bieten. Eines zwischen Bretsch und Drüsedau sogar mit Informationstafeln und Sitzgelegenheiten erschlossen.

Zu den Veranstaltungen in Eigenregie des Heimatvereins zählen unter anderem ein Vortrag über das Glockengießen in der Altmark und eine Lesung mit der Autorin Diana Kokot, die musikalisch von Thomas Stein und Edgar Kraul unterstützt wurde.

Der Heimatverein achtet auch darauf, dass er nicht nur im „eigenen Saft“ schmort, sondern sucht die Zusammenarbeit in der Nachbarschaft. Neben gemeinsamen Aktionen mit den Pferdesportlern, den Feuerwehr- und Kita-Förderern vom Räuberberg (unter anderem Ball der Vereine) haben die Heimatfreunde auch beim Kartoffelfest in Neulingen Amtshilfe geleistet. Und so mischen die Frauen und Männer um Rosemarie Müller auch am Sonntag, wieder beim Weihnachtsmarkt auf dem Bretscher Dorfplatz mit. Der Start erfolgt um 11 Uhr. Die Heimatfreunde bringen sich dazu in die Arbeitsgruppe Kultur der Verbandsgemeinde Seehausen sein.

In dem Zusammenhang bedankte sich die Vorsitzende für das Engagement der momentan 15 Mitglieder, die sich immer Verstärkung wünschen und bei einem Altersdurchschnitt von knapp 63 Jahren gern auch jüngere Heimatfreunde begrüßen würden.