Osterburg l Reiseangebote in die beiden Städte, ein gemeinsamer Bildband, Beziehungen zwischen den verschiedensten Vereinen und Interessengruppen. Denkt Nico Schulz an die Partnerschaft der Hansestadt Osterburg mit dem polnischen Wielun, sieht der Bürgermeister verschiedene Möglichkeiten, in der Perspektive noch ein Stück zusammen zu rücken. Obwohl Schulz mit dem Ist-Zustand der Partnerschaft nicht unzufrieden. Denn längst hat sich der ursprünglich von den Handballern der Biesestadt entwickelte Kontakt in die westpolnische Kommune auch abseits der politischen Akteure aufgeweitet. So freut sich der Bürgermeister über den funktionierenden Draht zwischen den Brandbekämpfern beider Städte. Und über den Kontakt, den das Osterburger Markgraf-Albrecht-Gymnasium zu einem Wieluner Lernort unterhält. Letzteres mündete vor wenigen Wochen in den bemerkenswerten Akt, „dass sich Jugendliche aus unserem Gymnasium in einen Lauf eingebracht habe, mit dem die Wieluner an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die Bombardierung ihrer Stadt erinnern“, blickte Schulz zurück.

Kurzum: Die Partnerschaft sei also auf einen guten Weg. Dennoch gebe es ganz sicher Möglichkeiten, sie weiter auszubauen, ist sich der Bürgermeister mit seinem Wieluner Amtskollegen einig. Was da konkret angeschoben werden könnte, war in den zurückliegenden Wochen und Monaten mehrfach Gegenstand von Ideenwerkstätten, die sowohl in Wielun als auch in Osterburg über die Bühne gingen. „Während einer Runde bei unseren polnischen Freunden wurden Möglichkeiten der Zusammenarbeit in den Bereichen Kultur, Bildung und Geschichte besprochen. Ein Workshop, der Ende September bei uns in Osterburg stattfand, hatte Projekte in den Bereichen Sport und Tourismus zum Inhalt“, erklärte der Bürgermeister. Und zeigte mit Beispielen auf, dass der Austausch konkrete Denkanstöße produzierte. So streben beide Kommunen an, im ortsansässigen oder regionalen Tourismusgewerbe Interessenten zu finden, die Reisen nach Wielun und umgekehrt anbieten. „Diese Reisen kann man ja durchaus mit attraktiven Zielen wie Krakow im Fall Wielun oder Berlin bei uns kombinieren. So hätten Einwohner eine Möglichkeit mehr, den Städtepartner selbst besser kennenzulernen“, sagte Schulz. Ein anderes Vorhaben rückt einen dreisprachigen Bildband (deutsch, polnisch, englisch) über beide Städte in das Blickfeld.

Auch diese ins Spiel gebrachte gemeinsame Visitenkarte dürfte sich in einem Konzept wiederfinden, dass in diesen Tagen im Kreveser Atelier offen erarbeitet wird und die Vorschläge zum Ausbau der Städtefreundschaft bündelt. Das Konzept ist eine Voraussetzung, um den mit EU-Mitteln gespeisten Leader-Fördertopf öffnen zu können, begründete Nico Schulz die Vorarbeit. Osterburg und Wielun setzen auf dieses Programm, die die finanziell selbst zu stemmenden Beiträge beider Städte auf ein Minimum reduzieren würden.

Wie der Bürgermeister informierte, bemühe sich die Einheitsgemeinde in ihrer Lokalen Aktionsgruppe um Fördermittel für 2017/18. Und habe für weitere Projekte zudem die Jahre 2019/20 auf dem Schirm. Wielun strenge parallel ähnliche Aktivitäten an, um in der eigenen Arbeitsgruppe Fördermittel für die Vertiefung der Städtepartnerschaft zu erhalten.