Krumke l „Ich wollte eigentlich gar nicht feiern“, sieht sich Annegret Spillner nicht unbedingt gerne so in den Mittelpunkt des Geschehens gerückt wie am vergangenen Freitagabend. Doch am fünften Geburtstag des Krumker Kavaliershauses kam sie nun einmal nicht drum herum. Und schließlich war ihr die Freude über kleine Geschenke, liebe Worte und nette Gesten beim Einlass sichtlich ins Gesicht geschrieben.

Die Aufmerksamkeit außerdem gilt immer auch ihrem Mitstreiter Enrico Potzesny, der an diesem besonderen Abend feine argentinische, italienische und deutsche Tropfen hinter der Bar ausschenkte – aus Magnumflaschen, wie es sich gehört bei solch einem denkwürdigen Anlass! Denn natürlich; keine Frage: ein fünfjähriges Bestehen – das gehöre selbstverständlich zelebriert. Das sei wie „aus dem Gröbsten raus“ und sowieso „mächtig erstaunlich“, bestätigt Spillner im Gespräch.

Einem kurzen, denn für mehr bleibt an diesem Abend einfach keine Zeit. Schnell füllt sich der festlich beleuchtete Saal mit Gästen jeden Alters. „Wir hätten echt nicht später hier sein dürfen“, ergattert eine Familie aus Schwarzholz die letzten zusammenhängenden Plätze für sechs Personen. Voll sei es ja immer, habe sich inzwischen herumgesprochen, doch so? – schauen sie sich bewundernd im bis auf den letzten Hocker­platz an der Bar gefüllten Gastraum um.

„Diesen Ort gemeinsam mit Euch zu gestalten und zu beleben“, das freue Annegret Spillner immer wieder aufs Neue, fällt die offizielle Begrüßung der Gäste zu diesem Töne-und-Tropfen-Abend herzlich knapp aus. Die Bühne gehöre schließlich der Musik und damit dem Trio Lumimare, das mit Cello, Klavier und Querflöte im Gepäck aus Frankfurt am Main angereist war. Gegen Mittag bereits, so dass man einen ausgedehnten Spaziergang im historischen Schlosspark genießen konnte, in dem sich an diesem herrlichen Sonnentag zaghaft der Frühling zeigte, nimmt Mathias Schabow (Klavier) Kontakt zum Publikum auf. Fröhlich, leicht und locker – so wie das gesamte Repertoire, was sich schnell herausstellt und perfekt zur Stimmung passt – moderiert der in Waren an der Müritz Geborene zwischen den ausschließlich selbst komponierten Stücken. Schon das erste namens „Kastanienallee“ zieht die Hörer gute zehn Minuten lang in ihren Bann. Meist sticht die erfahrene Kammermusikerin und Solistin Michaela Neuwirth an der Querflöte hervor, die ihrem Instrument eine schier endlose Bandbreite an Tönen entlocken kann. Mal fühlt man sich an orientalische Schlangenbeschwörer erinnert, dann wieder wird man jazzig ins London der 30er Jahre katapultiert. Alles im harmonischen Zusammenspiel mit Schabow am Klavier und der gebürtigen Berlinerin Iris Werhahn am Cello.

Seit einem Jahr gebe es die Formation in dieser Konstellation, und Krumke – das sei kein Zufall gewesen. „Wir sind immer auf der Suche nach schönen Locations“ und bei Krumke sei der Funke direkt übergesprungen, berichtet Neuwirth, die das Booking des Trios macht. „Wir haben uns beworben und sind überwältigt von der Herzlichkeit der Leute“, schwärmt sie während der Pause nach gut einer Stunde und schickt dankende Blicke in den Raum, die bei Annegret Spillner hängen bleiben.

Auf die Frage, warum ausgerechnet das Trio Lumimare für diesen Festtag ausgesucht wurde, gibt sie unumwunden zu, es dem puren Zufall überlassen zu haben. „Und es hat ja super gepasst“, finden auch Musiker und Gäste, die sich nach dem etwa zweistündigen Konzert noch bis spät in die Nacht in angeregte Gespräche vertiefen. Außergewöhnlich eindringliche Musik wurde versprochen und das Ziel war ganz klar: „Wir wollen ja in Ihren Kopf“, ließ Schabow bei einer persönlichen Episode zu einer Komposition fallen. Fakt ist: Den Mund hat niemand an diesem rundum gelungenen Abend zu voll genommen; gehen die Abschiedsworte in tosendem Applaus unter...