Werben l „Wir werden zweimal wählen“, hieß es gleich nach dem Wahlforum aus dem Publikum. Niemand der drei Kandidaten habe extrem nach oben oder unten ausgeschlagen. In jedem Fall hätten weder Lutz Rosenkranz, noch Wolfgang Tacke, noch Wolfgang Trösken am Abend die nötige 50-Prozent-Hürde für eine Wahlentscheidung im ersten Anlauf erreicht. So raunte es. Und so empfand unter anderem der Giesenslager Mathias Jurczyk, der nach den Infoabenden von Wolfgang Tacke und Lutz Rosenkranz am Dienstag schon die dritte Veranstaltung besucht hat und trotzdem sagt: „Gut, dass das heute stattfand, aber ich weiß immer noch nicht, wen ich wählen soll.“ Da pflichtete ihm die Behrendorferin Bianca Meinicke gestern bei: „Ganz ehrlich, ich werde es am Sonntag aus dem Bauch heraus entscheiden. Ich hatte mir mehr von dem Forum versprochen.“

Rund 60 Personen haben am Dienstagabend den Weg in den Ratssaal gefunden, einige mussten aus Platzmangel draußen vor der offenen Tür stehen. Moderator Klaus Kirstein bat die Kandidaten zunächst darum, dass sie sich kurz vorstellen, um dann einige Themen anzuschneiden. In deren Beantwortung äußerte Wolfgang Trösken unter anderem, dass der Stadtrat – ein guter Querschnitt der Werbener Einwohner – auf einem guten Weg sei und er sich als Bürgermeister darum bemühen würde, dessen Gewicht zu erhöhen. Die Ortsteile wolle er nicht vergessen und (auch aus dem VG-Rat heraus) darauf Acht geben, dass weder die Mitgliedsgemeinden noch die Verbandsgemeinde zu kurz kommen. Es gebe für die meisten Dinge keine ganz einfachen Lösungen. Vor Streits im Stadtrat habe Trösken keine Bange, im Gegenteil, „sie sind das Fundament von Entscheidungen“.

Lutz Rosenkranz sagte, dass er naturgemäß noch nicht so sehr in den Werbener Projekten drin stecken kann, dass er aber großen Willens ist, für die Hansestadt „die Arme hochzukrempeln. Er sei fasziniert von dem, was die Werbener auf die Beine stellen, steht unter anderem für die Bereitstellung von bezahlbarem (und schon bei Erstbesichtigung saniertem) Wohnraum und für Wirtschaftsförderung. Er halte mehr davon, bestehende Straßen zu sanieren, als sich von großen Projekten (B 190n) das Heil versprechen zu lassen. Und: „Ohne, dass sich Werben und die Verbandsgemeinde wieder annähern, wird es für kein Problem eine Lösung geben.“

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Wolfgang Tacke hatte als einziger Kandidat Papiere vor sich auf dem Tisch zu liegen. Er zeigte schriftliche oder digitale Beiträge über Beispiele hoch, wo es gelingt, ländliche Kommunen zu stärken. Querdenken, sich Anregungen auch woanders holen, dafür stehe er unter anderem und setzt auf bürgerschaftliches Engagement. Auch nach einem vermeintlichen Exitus, könne Neues entstehen. „Gemeinsam sind wir stark. Und hier passiert ja auch schon viel.“ Dass Tackes Mitbewerber teils miteinander sprachen, während er redetete, kommentierte er laut in ihre Richtung: „Das stört.“

Wie gelingt es, Jugendliche hier zu halten? So hieß eine Frage aus dem Publikum und eine Anmerkung, dass Werbens neuer Bürgermeister rückhaltlos hinter der neuen Schule stehen müsse.

„Einer von Ihnen wird Bürgermeister werden.“ Klaus Kirstein schwor die Kandidaten am Ende darauf ein, bei allen Problemen im Bürgermeisteramt niemals das Miteinander-Reden, die kontruktive Arbeit, aus den Augen zu verlieren. Auch Kirstein selbst empfand die drei Männer im Forum gleichauf. Er selbst sei in Werben nicht wahlberechtigt. Falls die wahlberechtigten Werbener ein zweites Mal an die Urne gehen müssen, falls es also zur Stichwahl kommt, wird diese am Sonntag, 13. November, stattfinden.