Salzwedel l Es ist vollbracht und die Freude war bei Pfarrer Matthias Friske und dem Vorsitzenden des Gemeindekirchenrates Frieder Oßwald groß. Nach rund einjähriger Bauzeit am Hohen Chor konnte am Dienstagvormittag der altehrwürdige Einhornaltar in der Katharinenkirche an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren. Der Altar erstrahlt frisch gesäubert in altem Glanz und ließ das Herz von Frieder Oßwald höher schlagen, der sich erleichtert darüber zeigte, dass „die Restaurierungsarbeiten so reibungslos vonstatten gingen und der Gottesdienst schon bald, wie gewohnt, vor dem Hohen Chor stattfinden kann“.

Im Gewölbe waren tiefe Risse aufgefallen

Bereits im September 2015 wurde der Altarraum wegen Einsturzgefahr vom Kirchenamt geschlossen. „Im Gewölbe waren tiefe Risse aufgefallen und aus dem Maßwerk fielen Steine herab“, erklärte Frieder Oßwald die einst kritische Lage des Hohen Chores der Sankt Katharinenkirche.

Zum Glück handelte die Kirchengemeinde schnell und rief zu Spendenaktionen auf, die erfolgreich verliefen. Anschließend wurden Firmen beauftragt, Gerüste aufgestellt und die dringend notwendigen Restaurierungsmaßnahmen in die Wege geleitet. Vor rund zwei Wochen haben die Baumaßnahmen, rechtzeitig vor Weihnachten, ein Ende gefunden. Die Fundamente, die sich aufgrund des instabilen Untergrundes auseinander bewegten, sind mit in den Untergrund gegossene Betonsäulen wieder fixiert, die Risse im Gewölbe fachmännisch verschlossen und die anschließenden Malerarbeiten zum Abschluss gebracht worden.

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„Alles wurde im Großen und Ganzen originalgetreu wieder hergerichtet, das heißt in Anlehnung an die erste und zweite Bauphase der Katharinenkirche, um etwa 1380 und 1420. Nur die Farbgebung weicht etwas von der ursprünglichen Rot- und Weißverteilung ab“, erläuterte Pfarrer Matthias Friske und zeigte sich erfreut über die gelungenen Arbeiten.

Einhornaltar musste seinen Platz räumen

Im Zuge der Baumaßnahmen musste aus Sicherheitsgründen der mehrere Hundert Kilogramm schwere Altar weichen, der seinen Weg Anfang der 80er Jahre einmal aus dem Kloster Dambeck in die St. Katharinenkirche fand. Ursprünglich verfügte der Einhornaltar, der seinen Namen einer Einhorn-Darstellung direkt in seinem Zentrum verdankt, über vier Flügel. Heute sind davon noch zwei erhalten.

Der mehr als 500 Jahre alte Koloss verweilte während der Restaurierungsarbeiten in einem Seitenschiff der Kirche. Zur Freude aller Beteiligten konnte er nun wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückkehren. Die Kosten für die Sanierung des Altarraumes beliefen sich auf rund 400 000 Euro. Das Projekt war nur aufgrund von Spendengeldern, unter anderem von Lotto-Toto und Privatpersonen sowie durch Fördermittel von Bund und Ländern zu verwirklichen. „Im Namen der gesamten Gemeinde möchte ich allen Unterstützern unseren herzlichen Dank aussprechen. Auch den vielen ehrenamtlichen Helfern“, betonte Frieder Oßwald.

Die Kirchengemeinde lädt zur feierlichen Wiedereröffnung am Sonnabend, 24. Dezember, ein. Bereits um 15 Uhr beginnt der Gottesdienst mit einer Kinderchristvesper. Im Anschluss wird das Weihnachts-Musical „Josef und Maria – der durchkreuzte Plan“ aufgeführt.