Schwarz l Im vergangenen Jahr ist das 430-Seelen-Dorf glücklicherweise von einem Brand verschont geblieben. Bei den insgesamt sieben Einsätzen der Freiwilligen Feuerwehr Schwarz handelte es sich um fünf technische Hilfeleistungen und zwei Brände in Calbe, zu denen die Ortswehr dazugerufen wurde. Es hätte sich also eigentlich nicht gelohnt, doch Ortswehrleiter Stefan Ede hatte dennoch in bewährter Weise eine Computer-Präsentation vorbereitet, die er am Sonnabend im Feuerwehrgerätehaus am Wispitzer Weg an die Leinwand projizierte. „Aktuell zählen wir 26 aktive Kameraden“, führte Ede in seinem Rechenschaftsbericht aus. „Inklusive der fördernden Mitglieder sind wir 49 Personen“, informierte Ede weiter. Diesen Fakt stellte Calbes Bürgermeister Sven Hause als bekennender Anhänger von Statistiken nochmals aus anderem Blickwinkel heraus. „Das bedeutet, dass rund elf Prozent der Schwarzer in der Feuerwehr organisiert sind“, so das Stadtoberhaupt, der die Stabilität der Mitgliederzahl lobte, nicht zuletzt wegen einer starken Nachwuchsarbeit. „Wir haben 19 Mädchen und Jungen in der Kinder- und Jugendfeuerwehr“, sagte Jugendwart Matthias Täubert. Zu 46 reinen Ausbildungsstunden kämen noch weitaus mehr für die Durchführung eines Zeltlagers oder dem Halloweenfest dazu. Erschwert werde die Arbeit durch Überschneidungen von Trainingszeiten beim Calbenser Sportverein und den Dienstzeiten der Kinder- und Jugendwehr. „Hier sollte gegengesteuert werden“, mahnte Täubert. Abschnittsleiter Uwe Schulz lobte den guten Ausbildungsstand der Schwarzer. So kann die Wehr unter anderem auf sechs Atemschutzgeräteträger, sieben Maschinisten und vier Bootsführer zurückgreifen. Doch bei allem Licht gibt es auch Schatten. Stefan Ede kritisierte eine mangelnde Dienstbeteiligung.

Finanzielle Rückendeckung

Sven Hause wiederum signalisierte finanzielle Rückendeckung durch die Stadt, der Etat im aktuellen Haushaltsjahr sei für Calbe und Schwarz auf 125.000 Euro aufgestockt worden. Zudem möchte er mit Stadtwehrleiter Jan Roschkowski rechtzeitig das 300.000 Euro umfassende Förderprogramm des Landes zur Mitgliedergewinnung abschöpfen. Calbes Stadtratsvorsitzender Christian Behlau (Die Linke/WG Calbe) zollte den Kameraden Respekt für ihren Einsatz und die Bereicherung des Dorflebens. Er kam an diesem Abend ebenso nicht mit leeren Händen wie Stadtrat Ulrich Wurbs (ALC/SPD).

Als Versammlungsleiter ließ der ehemalige Stadtwehrleiter Harald Heinecke in gewohnter Manier den offziellen Teil des Abends so ausklingen wie er ihn begonnen hatte. Er lenkte den Blick auf die großen Entwicklungen in der Weltgeschichte, dieses Mal mit dem Zitat einer italienischen Heiligen: „Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten.“ Kurz danach folgte der gemütliche Teil mit einem gemeinsamen Essen.