Pömmelte l In Pömmelte gibt es eine Besonderheit: Bevor die Jahreshauptversammlung beginnt, ist es Tradition, dass Kamerad Thomas Warnecke alle Anwesenden fotografiert. So lässt sich in der Summe nachvollziehen, wie die Haare weniger, die Sterne auf der Schulter mehr werden oder wie aus manchem Kinderfeuerwehr-Küken ein hübscher Feuerwehr-Schwan wird.

Zur Statistik: 28 Kameraden sind im Einsatzdienst, zwei im aktiven Jugenddienst, 16 Mitglieder sind passiv und 11 Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. Die Jugendfeuerwehr hat derzeit acht Mitglieder. Die Gesamtstärke: Die Freiwillige Feuerwehr Pömmelte zählt damit 65 Kameradinnen und Kameraden.

Durch die Zusammenarbeit mit den Glinder Kameraden existiert seit neun Jahren eine gemeinsame Jugendfeuerwehr.

17 Atemschutzgeräteträger

Im vergangenen Jahr gab es 24 Dienstabende. Von Januar bis März sowie in den Monaten November und Dezember standen meistens theoretische Themen auf dem Plan. „Hier passten wir uns den sich ändernden Einsatzaufgaben an. So ging es um die Einsatzmöglichkeiten bei Biogasanlagen oder die Verwendung von alkoholbeständigen Schäumen“, erklärte Mario Mutschall. Im Winter trainierten alle Atemschutzgeräteträger in der Übungsanlage in Staßfurt.

Für den Einsatz in Frage kommende Rohrfilterbrunnen im Ortsgebiet Pömmelte und Wespen wurden überprüft und bestehende Mängel angezeigt.

Die Gruppenführer trafen sich zu gesonderten Schulungen. „Bei diesen Treffen stehen Einsatztaktik sowie die Vereinheitlichung von Einsatzabläufen auf dem Plan. An diesen Schulungen nahmen auch die Glinder Gruppenführer teil“, erläuterte der Ortswehrleiter, der hauptberuflich bei der Berufsfeuerwehr Magdeburg arbeitet.

Dienstbeteiligung: 70 Prozent

Für den Ausbildungsdienst lag die durchschnittliche Beteiligung im letzten Jahr bei 70 Prozent und sei damit stabil. (2015 lag die Dienstbeteiligung im Jahresdurchschnitt bei 68 Prozent.)

Weiterbildungen fanden auf Stadtebene an den Standorten Barby, Groß Rosenburg und Pömmelte statt.

Eine Zahl, die auch Stadtwehrleiter Detlef August ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zauberte, lautet: Von den 28 Einsatzkräften der Pömmelter Wehr sind 17 Atemschutzgeräteträger. Sie sind unabdingbar, wenn unter „Vollschutz“ der Erstangriff bei einem Wohnungsbrand absolviert wird.

Weiterhin verfügt die Wehr über zehn Gruppenführer, von denen vier die Qualifikation zum Verbandsführer besitzen.

Mit Ausbildungsstand zufrieden

„Zusammenfassend kann ich sagen, dass wir mit dem Ausbildungsstand sehr zufrieden sein können. Und ich darf auch in diesem Jahr wieder sagen, dass ich stolz darauf bin“, unterstrich Mario Mutschall.

Das Einsatzgeschehen stellte sich 2016 für die Wehren der Stadt Barby als eher ruhig dar. So wurden die Pömmelter im vergangenen Jahr 14 mal alarmiert.

Das Einsatzspektrum war wieder breit gefächert und setzte sich wie folgt zusammen:

• 5 mal Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person

• 4 mal Auflaufen von Brandmeldeanlagen mit Personen

• zwei Kleinbrände

• ein Mittelbrand (der sich als brennendes Reifenlager herausstellte)

• Person öffnet nicht

• eine Tragehilfe für den Rettungsdienst

Die Verkehrsunfälle ragten ein wenig hervor. Alle fünf waren schwere Unfälle, bei denen Personen zum Teil massiv verletzt wurden.

„Beim Einsatzstichwort ‚Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person‘ werden immer zwei Feuerwehren alarmiert, die über hydraulische Rettungsgeräte verfügen“, erläuterte Mutschall. In seinem Bereich sind das Barby und Pömmelte. Dazu kommt gegebenenfalls die territorial zuständige Wehr. Das war im letzten Jahr zwei Mal die Feuerwehr Gnadau.

Die Organisation und Aufteilung der Einsatzaufgaben zwischen den Einheiten lief in allen Fällen sehr gut.

„Auch Einsätze wie ‚Person öffnet nicht‘ oder ‚Tragehilfe für den Rettungsdienst‘ sind für uns nicht neu. Ihre Anzahl wird auf Grund der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung sicher noch zunehmen“, unterstrich der Ortswehrleiter. Hier seien besonders die Führungskräfte gefordert. Erstens, maßvoll vorzugehen und zweitens, die Einteilung der Einsatzkräfte überlegt vorzunehmen.

Die Pömmelter rückten im Durchschnitt mit 13 Kameraden pro Einsatz aus. „Uns ist es gelungen, in der kritischen Zeit, unter der Woche, zwischen 6 und 16 Uhr immer mit acht oder mehr Kameraden auszurücken.“

„Für den Ortsteil Pömmelte sprechend kann ich mich nur bei den Unternehmen bedanken, die ihre Mitarbeiter für Einsätze jederzeit freistellen und sogar selbst mit zum Einsatz kommen“, so Mutschall. Namentlich nannte er Slim Puder, Peter Liensdorf sowie Arno Broermann. Nur durch diese und ein paar in Schichten arbeitende Kameraden könne diese ständige Einsatzbereitschaft gewährleistet werden.