Schönebeck l Die älteren Teilnehmer des Friedenscamps machen gerade eine große Fahrradtour. Ihr heutiges Ziel ist Dornburg. Die Stimmung ist gut und auch das Wetter spielt mit, die Sonne scheint, kaum eine Wolke steht am Himmel. Doch dann platzen zwei Reifen. Zwei Schüler können nicht weiterfahren. Das Besondere: Alle anderen Schüler helfen.

Genau das trifft den Gedanken, der hinter dem jährlich stattfindendem Friedenscamp steckt, erklärt Lehrer Thomas Bombach. „Die Jungen und Mädchen müssen Probleme gemeinsam lösen, als Gruppe“, sagt er. Ihm sei es wichtig, dass sie nicht nur im Rahmen ihrer Klasse ein Miteinander lernen und leben, sondern in der gesamten Gruppe. Dazu gehöre es dann eben auch, auf Probleme, – wie etwa auf die Reifenpanne – zu reagieren.

Prinzip kommt gut an

Dieses Prinzip kommt gut an, denn das Friedenscamp der Sekundarschule „Am Lerchenfeld“ findet schon seit dem Jahr 2010 statt und dauert jeweils eine Woche lang. Es wird immer wieder gerne angenommen, so Bombach. Und: „Es ist eine Anerkennung für Schüler, die sich besonders engagieren“, erklärt er. Sei es im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft, in die sie sich besonders einbringen, mit sehr guten Noten, die sie erbringen, oder in Form von einem überdurchschnittlichen Engagement an der Planung und Vorbereitung der Sportnacht. In diesem Jahr nehmen 29 Kinder und Jugendliche teil, die die Lehrer vorab dafür ausgewählt hatten.

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„Wir Lehrer möchten uns dafür bedanken und den Schülern zeigen, dass wir ihre Leistungen sehen“, sagt Angelika Grahn, die das Camp mitorganisiert hat.

Denn auch Lehrer können mal „Danke“ sagen, findet Thomas Bommbach. Das kommt bei den Kindern und Jugendlichen gut an und hinterlässt bleibenden Eindruck. „Das abwechslungsreiche Programm ist toll und ich finde es super, hier den ganzen Tag an der frischen Luft zu sein“, sagt Glenn Strobelt, Schüler der neunten Klasse. Auch sein Klassenkamerad Max Meyer ist begeistert von den Veranstaltungen, die die Lehrer und freiwilligen Helfer hier auf die Beine gestellt haben. Sein Höhepunkt: Bootfahren. Auf dem Programm stehen in dieser Woche verschiedenste Workshops und Ausflüge. Meist kommen die Kinder gegen 9 Uhr, erklärt Lehrer Thomas Bombach.

Kreative Beschäftigungen

Dann begeben sie sich auf Fahrradtouren – unter anderem zum Radsportmuseum in Kleinmühlingen, oder betätigen sich kreativ – etwa, indem sie T-Shirts bunt einfärben. Eine andere Gruppe Mädchen belegt einen Tanzkurs, der von Rosi Hennig geleitet wird.

An den Nachmittagen können die Schüler gemeinsam musizieren oder sich sportlich betätigen. „Aber auch die Freizeit soll hier nicht zu kurz kommen“, sagt Bombach. In der können die Jungen und Mädchen gemeinsam zu Mittag essen oder einfach die Sonne genießen. Die einzelnen Projekttage enden dann meist gegen 19 Uhr.

Möglich gemacht wird das Friedenscamp durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“. Claudia Wegener, die Verantwortliche für das Programm in Schönebeck, ist begeistert: „Das Friedenscamp ist ein tolles Projekt, das den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gibt, sich auf verschiedenste Art und Weise mit dem Thema zu beschäftigen“.

Das findet auch Klaus Beier. Der Rentner hilft ehrenamtlich bei dem Projekt mit, weil er es „für eine richtig gute Sache“ hält. Bleibt nur zu hoffen, dass es das Bundesprogramm auch im nächsten Jahr wieder möglich machen wird.