Welsleben l Am Abend des 1. Dezember 1956 hatte in New York die Operette „Candide“ von Leonard Bernstein Premiere. In Bahrendorf heirateten am selben Tag Ruth und Manfred Wolters. 60 Jahre sind seither vergangen. „Candide“ geriet erst einmal zum Flop. Die Ehe von Ruth und Manfred Wolters hingegen war und ist top. Und mit Musik hat ihre Beziehung einst angefangen. Es waren aber keine Bernstein-Kompositionen, die in Bahrendorf, Altenweddingen und Welsleben in den 1950er Jahren bei Abendveranstaltungen gespielt wurden, sondern schlicht und einfach tanzbare Musik.

Im einstigen „Lindenhof“ in Welsleben haben sich die beiden während eines Tanzabends kennengelernt. Und ist es Liebe auf den ersten Blick gewesen? Ruth Wolters zögert kurz mit einer Antwort. „Das weiß ich gar nicht mehr so genau? Ach, das müssen Sie meinen Mann fragen“, sagt sie auf die neugierige Frage des Reporters.

Manfred Wolters kommt just in diesem Moment mit Bördeland-Bürgermeister Bernd Nimmich in die gute Stube und zögert keinen Augenblick: „Ja“, sagt er felsenfest sicher. Das war damals Liebe auf den ersten Blick. Und ja - ihr Verehrer war ein fescher junger Mann, dunkelhaarig, gut aussehend und nett und freundlich, versichert Ruth Wolters.

Schnell Nägel mit Köpfen

Beide machten schnell Nägel mit Köpfen. Das Ja-Wort gaben sie sich im Standesamt in Bahrendorf, den himmlischen Segen holten sie sich in der Kirche von Stemmern. Aus diesem kleinen Ort im heutigen Landkreis Börde stammte Ruth Wolters, wenngleich ihr Großvater Welsleber war und ihr Vater in Schönebeck einen landwirtschaftlichen Betrieb in Höhe Barbarastraße unterhielt. Hier aber sollte das Dieselmotorenwerk ausgebaut werden - der Landwirt erhielt Ausgleichsflächen in Stemmern.

Von der Landwirtschaft geprägt war auch das Leben von Ruth und Manfred Wolters. Er arbeitete über 30 Jahre bei der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) Welsleben, Bereich Pflanzenzucht. Sie wagte sich zeitweise sogar in den Bullen-Stall.

Dann kamen die Kinder: zwei Mädchen, ein Junge. Die haben inzwischen auch wieder Kinder. „Jeder eins“, klärt Heidrun Wolters auf, die Schwiegertochter und Bewunderin der Backkünste ihrer Schwiegermutter. „Über Deinen Bienenstich geht nichts, der müsste preisgekrönt werden“, lobt sie.

Ruth und Manfred Wolters freuen sich inzwischen auch über zwei Urenkel. Und zu tun ist auf ihrem Grundstück und in dem dazu gehörenden 1000 Quadratmeter großen Garten immer etwas. „Da gibt es bis zu drei Ernten jedes Jahr“, sagt Heidrun Wolters und in ihrem Satz schwingen Respekt und Hochachtung mit.