Calbe l Emsiges Gewusel herrscht am Dienstag im Hauswirtschaftskabinett der Sekundarschule „J. G. Herder“. An den drei Küchenzeilen wird kräftig gerührt, geschnitten und gekocht. Die Sekundarschüler aus Calbe, Barby und Förderstedt stehen vor der Aufgabe, innerhalb von zwei Stunden und einem Budget von 20 Euro ein leckeres Drei-Gänge-Menü zu zaubern. Dabei sollen sie thematisch ein Bundesland in den Mittelpunkt rücken.

Eine dreiköpfige Jury bewertet zum Schluss nach festgelegten Kriterien, bei denen insgesamt 80 Punkte vergeben werden können. Dabei nimmt das Trio die Vor-, Haupt- und Nachspeise genau unter die Lupe. „Es geht um den Geschmack, die Temperatur, die Optik und wie es mit welcher Tischdekoration angerichtet wird“, erklärt Jurymitglied Sebastian Rabach, Mitarbeiter der Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS), die den Wettbewerb „Junior-Köche“ seit Jahren veranstaltet. Zusammen mit seiner Kollegin Kerstin Kurs und unter Leitung des Magdeburger Profi-Kochs Christoph Arend wird gerade die Hauptspeise des Gnadauer Wettbewerb-Beitrages gekostet, der Sachsen-Anhalt in den Mittelpunkt rückt. „Sehr schöne Konsistenz und hervorragend angerichtet“, lobt Rabach den Ring aus sämigen „Bördekartoffelpüree“, das mit einem Spritzbeutel aufgebracht wurde.

Kleinigkeiten entscheiden

„Leider fehlt Salz“, kritisiert der hauptberufliche Koch, der dagegen auf die „Magdeburger Gehacktesstippe“ eine wahre Lobeshymne anstimmt. Als Vorspeise servieren die Schüler vom Standort Barby der Christlichen Sekundarschule Gnadau, die zum ersten Mal an diesem Wettkampf teilnehmen, „Altmärkische Hochzeitssuppe mit handgemachtem Eierstich und Fleischklößchen“. Beim „Hallorenmousse“ als Nachtisch verfinstern sich allerdings die Mienen deutlich. Die Verfehlung: Die Gelatine hatte sich nicht komplett aufgelöst. Das gibt deutlichen Punktabzug für die Elbestädter.

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Die gastgebenden Calbenser zaubern Spezialitäten der Hauptstadt und bringen „Hoppelpoppel“ (Ein Berliner Restegericht aus Bratkartoffeln) auf die Teller. Dazu gibt es „bunten Feldsalat“ als Vorspeise sowie „Berliner Luft“ (schaumige Dessertcreme aus Eigelb, Eischnee, Zucker und Gelatine, die mit Himbeersaft angerichtet wird) und nichtalkoholische „Berliner Weiße mit einem Schuss Zitrone“ als Nachspeise.

Die Förderstedter Schüler haben sich Bayern als Inspiration genommen. Sie wollen die Jury zuerst mit „Griesnockerln-Suppe“ überzeugen und anschließend mit „Fleischpflanzerl mit bayrischem Kartoffelsalat“ sowie „Gebackene Apfelringe in Vanillesauce“ punkten. „In die Gesamtbewertung fließt auch die abschließende Menüpräsentation mit ein“, leitet schließlich Christoph Arend zum letzten Programmpunkt über.

Gutscheine

Dabei wissen vor allem die Calbenser zu punkten, denn dabei wird ein kleiner Dialog in Berliner Mundart vorgetragen.

„Ihr hattet alle tolle Einfälle“, lobt Christoph Arend, obwohl er die Gerichte von einem einführenden Workshop Anfang Februar - bei dem die EMS jeder Schule 200 Euro zur Verfügung stellte, schon kannte und wertvolle Tipps gab.

Am Ende zählen einzig die nackten Punkte: Mit 59 Punkten müssen sich die Förderstedter denkbar knapp den Barbyern (60 Punkte) geschlagen geben. Den diesjährigen Sieg und damit den größten Pokal holen sich mit insgesamt 70 Punkten die jubelnden Saalestädter. Alle drei Mannschaften erhalten neben dem Besuch eines regionalen Restaurants auch gestaffelte Wertgutscheine für den Einkauf in einem Elektronikmarkt. Für den Profi-Koch hatten Lehrerinnen als Dankeschön und Abschied vom Koch-Wettbewerb (er wechselt zur Bundeswehr) eine Salzlandkiste sowie Hochprozentiges parat. „Die Junior-Köche werden mir fehlen“, sagt Arend.