Schönebeck l In dieser Frage muss sich Schönebeck nicht verstecken – im Gegenteil. Wer sich mit der Geschichte der Elbestadt beschäftigt, stößt immer wieder auf Namen und Persönlichkeiten, die hier geboren oder aufgewachsen sind oder hier gelebt haben und – ohne Übertreibung – manchmal auch ein Stück Weltgeschichte geschrieben haben. Zuletzt hatte die Volksstimme unter anderem über den Schönebecker Juden Wolfgang Happ berichtet, der in die USA emigrieren musste, dort im Forschungsteam mitarbeitete, dessen Leiter für die Entwicklung des Transistorradios mit dem Nobel-Preis ausgezeichnet wurde, später NASA-Direktor wurde und ins US-Verteidigungsministerium wechselte.

Dies ist nur ein Beispiel von vielen. „Darum ging es uns auch in der ersten Idee“, berichtet im Gespräch mit der Volksstimme Frank Schiwek. Der SPD-Stadtrat initiierte vor einiger Zeit die Arbeitsgruppe „Pro SBK“, die sich unter anderem damit beschäftigte, 100 berühmte Schönebecker Namen zusammenzutragen, auf Tafeln zu drucken und an Schauplätze in der Stadt sichtbar zu machen.

Mangel an Zeit und Kraft

Aus Zeit und Kraftmangel, wie es Frank Schiwek sagt, stockte die Arbeit. Bis jetzt: Schiwek konnte zwei weitere Mitstreiter gewinnen. Die Schönebecker Peter Volz und Christian Jakobs waren von der Idee der „100 Schönebecker Köpfe“ so angetan, dass sie ihre Bereitschaft erklärten, das schlummernde Projekt wieder aus der Versenkung zu holen. Nicht auf Schautafeln, sondern in einer handlichen Broschüre, die unter anderem die Kurgäste und Touristen der Stadt erhalten können.

Wie Frank Schiwek in einem Pressegespräch informierte, konnten in der zurückliegenden Zeit genau 71 Persönlichkeiten, die die Geschichte der Stadt und darüber hinaus mitgeprägt haben, zusammengetragen werden. Demnach gibt es erste Themenfelder, wonach die Namen sortiert wurden: Wirtschaft, Kultur und Kunst, Politik, Wissenschaft und Schule, Salz, Sport sowie Soziales. Diese erste Idee ist aber noch lange nicht in Stein gemeißelt. „Wir sind offen für viele weitere Ideen aus der Schönebecker Bevölkerung“, ruft Peter Volz auf.

Er hat in den vergangenen Tagen zu einem der 100 prominenten Schönebecker Kontakt aufgenommen: Mathias Dietrich. Er wurde am 24. November in Schönebeck geboren. Studiert hat er an der Musikhochschule in Leipzig und lernte dort die restlichen – Achtung! – „Prinzen“ kennen, jene Rockgruppe, die deutschland- und europaweit hinaus bekannt ist. „Ich hatte jetzt mehrmals Kontakt zu Mathias“, erzählt Peter Volz der Volksstimme. „Er ist begeistert von unserer Idee und würde diese auch unterstützen.“ Wie diese Hilfe am Ende aussieht, dazu gibt es bereits Überlegungen.

Unterstützung von "Die Prinzen"

Der Grund: Geht es nach Vorstellungen von Schiwek, Volz und Jakobs, soll die Broschüre eine Auflage von vielleicht 20.000 bis 30.000 Stück haben. Nach ersten Schätzungen gehen die Initiatoren des Heftes von Kosten zwischen 10.000 bis 12.000 Euro aus. Und da kommen also „Die Prinzen“ ins Spiel, die einen besonderen Beitrag zur Finanzierung des ehrgeizigen Projektes leisten wollen. Angesprochen sind zur Finanzierung aber auch die Stadt, Hotel- und Kurbetriebe sowie Unternehmen, die aus- und inländische Gäste haben und immer wieder die Besonderheiten der Stadt Schönebeck offerieren möchten.

Auf Wikipedia finden sich eine Reihe von Namen, die direkt oder indirekt mit Schönebeck zu tun haben. Dort werden Eberlein, Heise, Malkowski, Herrfurth, Steinbach, Eichholz, Hermann, Caberletto, Tolberg und viele andere genannt. „Einige haben wir bereits als Vorschlag aufgenommen“, so Frank Schiwek. Er wird in den nächsten Tagen der Volksstimme diese Liste übergeben, die in der nächsten Woche veröffentlicht werden soll. Dann sind die Schönebecker aufgerufen, diese Namen mit eigenen Vorschlägen weiter zu bereichern.