Schönebeck l Es bleibt dabei: Die Stadt Schönebeck nimmt am 18. Juni nicht am Festumzug des Sachsen-Anhalt-Tages in Lutherstadt Eisleben teil. Oberbürgermeister Bert Knoblauch (CDU) und Solepark-Chefin Sibylle Schulz nahmen noch einmal zur bereits getroffenen Entscheidung Stellung. „Die uns in einem Schreiben vom 18. April vorgegebenen Richtlinien können wir aus unserer Sicht nicht umsetzen“, sagte Sibylle Schulz.

Wie bereits berichtet, verlangt das Organisationsteam des Festumzuges beim Präsentieren von Schauwagen ein Absichern durch sogenannte Radengel. Das sollen Personen sein, die links und rechts, jeweils kenntlich gemacht mit einer Warnweste, die Fahrzeuge zu Fuß begleiten. Fahrzeuge unter fünf Meter Länge sollen auf jeder Seite mit einer Person, Fahrzeuge über fünf Meter Länge an jeder Achse durch je eine Person abgesichert werden.

Badzuber fällt ins Wasser

„Wir haben einfach nicht so viele Leute“, sagte Bert Knoblauch. Im Vorbereitungskreis sei man sich einig gewesen, nicht als bloße Fußtruppe auftreten zu wollen, so wie im vergangenen Jahr geschehen. Damit gehe die Gruppe in dem kilometerlangen und sich stundenlang hinziehenden Umzug mehr oder minder unter, werde vom Publikum nicht nachdrücklich wahrgenommen. Für dieses Jahr fest eingeplant waren deshalb zwei Schauwagen, von denen der eine die Nachbildung des Schönebecker Gradierwerkes transportieren sollte und der andere einen alten, eichenhölzernen Badezuber samt badenden Insassen, um somit auf die Heilkraft der heimischen Sole aufmerksam zu machen.

Die Mitglieder der Wasserwehr um ihren Chef Dirk Lindner, die in den vergangenen Jahren stets teilgenommen hatten, hätten als Erste abgewinkt, sagte Knoblauch weiter. Sie wollten auch nicht als reine Absicherungsposten für die beiden Schönebecker Festwagen zur Verfügung stehen.

Warnweste über die Kostüme

Geplant war außerdem - wie auch 2016 - dass sich die Schönebecker Teilnehmer kostümieren. Kostüme des einstigen Heimat- und Trachtenvereins hätten wiederum zur Verfügung gestanden. Zwar sei es möglich, dass diese kostümierten Personen gleichzeitig als Radengel fungieren - „aber wenn ich mir vorstelle, dass wir über so ein aufwändig gefertigtes Kostüm eine Warnweste tragen - dann erachte ich das als unangemessen“, so Knoblauch.

Weiterhin wird verlangt, dass Schauwagen über ein Geländer verfügen, damit niemand herunterfällt, was wiederum zusätzlich Aufwand und Kosten bedeuten.

Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahr hatte der Solepark federführend die Organisation übernommen. Eine große Gruppe nahm im Septenber am Festumzug in Sangerhausen teil, darunter Ehrenamtliche der Wasserwehr, Mitarbeiter von Stadtverwaltung und Solepark, Beschäftigte des Ameos Klinikums sowie weitere Privatpersonen.

In Eisleben werde der Solepark aber mit einem Stand vertreten sein, so Sibylle Schulz.