Schönebeck l Deutlich erweitern will sich Thyssenkrupp Presta am Standort in Schönebeck. In den nächsten gut drei Jahren sollen knapp 50 Millionen Euro in die räumliche Erweiterung der Produktionsstätte an der Barbarastraße gesteckt werden. Eine Summe, die allerdings von der weltweiten Marktentwicklung abhängig ist, wie am Dienstag Vertreter der lokalen Geschäftsführung sagten. Wichtig sei es, neue Kunden zu akquirieren.

In einem ersten Schritt erfolgt jetzt der Bau einer neuen Produktionshalle für rund zehn Millionen Euro. Das Land Sachsen-Anhalt unterstützt diese Investition mit 15 Prozent der Investitionssumme, also mit 1,5 Millionen Euro. Insgesamt ist eine Fördersumme über 7,35 Millionen Euro zugesagt, bezogen auf die erwähnten 50 Millionen Euro Investitionssumme. Zur Übergabe des Förderbescheides waren der Staatssekretär im Landeswirtschaftsministerium, Thomas Wünsch (SPD), und der Chef der Investitionsbank Sachsen-Anhalt, Manfred Maas, nach Schönebeck gekommen. Vertreter des Betriebsrates und der Geschäftsführung empfingen die beiden Herren.

„Das ist ein guter Tag für den Industriestandort Schönebeck“, sagte Thomas Wünsch. Er erinnerte an die großen wirtschaftlichen Umbrüche nach der Wende gerade in Schönebeck, als tausende Arbeitsplätze verloren gingen. Inzwischen habe sich in der Elbestadt wieder ein „beachtliches Know How etabliert“ mit attraktiven Arbeitsplätzen, wie etwa bei Thyssenkrupp. Er sei froh, diesen Wachstumsprozess unterstützen zu können, versicherte der Schönebecker.

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Manfred Maas sagte: „Die Branchen, die zu DDR-Zeiten stark waren, wie etwa der Maschinenbau und das Ingenieurswesen, haben uns in die Zukunft getragen.“

Lenkungen

Dass Thyssenkrupp etwas beziehungsweise eine Menge mit Zukunft zu tun hat, liegt für den Sprecher der lokalen Geschäftsführung, Sascha Singer, auf der Hand. Die hier in zwei Bereichen (Komponentenfertigung und Montagebereich) produzierten Lenkungen würden in Produktionsstätten weltweit in Fahrzeugen verbaut, etwa in China, Mexiko und Frankreich, ließ er wissen. Zu den Kunden gehören die Autohersteller BMW, Daimler, Ford und VW. Schätzungen nach sind in jedem vierten Auto Lenkungen oder Lenkungsteile made in Schönebeck verbaut. So verwunderte es nicht, als Sascha Singer Manfred Maas erklärte, dass auch in seinem Dienstfahrzeug der Marke BMW eine Zahnstange von Thyssenkrupp eingebaut ist.

In der neuen, rund 3000 Quadratmeter großen Werkshalle sollen ab dem kommenden Jahr Lenkgetriebe für elektrisch unterstützte Lenksysteme gefertigt werden. „Unsere Produktion hier in Schönebeck ist in den letzten Jahren stetig gewachsen“, sagte Sascha Singer. Dabei habe das Land Sachsen-Anhalt dem Unternehmen „den Rücken gestärkt“. Die Arbeiten für die neue Produktionhalle haben bereits im November 2016 begonnen. Die Halle entsteht auf dem Gelände einer einstigen Lackharzfabrik, der Boden musste zuvor aufwändig von Altlasten bereinigt werden.

Aktuell arbeiten bei Thyssenkrupp Presta Schönebeck 790 Frauen und Männer, mit der Erweiterung sollen noch einmal 66 Arbeitsplätze hinzu kommen.

Den Worten von Manfred Maas nach sei die 2020 auslaufende EU-Förderperiode für Deutschland noch mit beachtenswerten Finanzmitteln ausgestattet.