Brumby l Eigentlich stehen die Bagger in den Startlöchern. Die Baugrundarbeiten für den neuen Autohof an der A 14 bei Brumby sollen beginnen. Doch die Stadt Staßfurt und die Projektleitung müssen mit dem Land noch ein Detail klären. In der kommenden Woche ist dazu ein Gespräch in Magdeburg angesetzt, bei dem eine Einigung erzielt werden soll. Für Außenstehende mag der Gegenstand marginal erscheinen. Doch noch prallen verschiedene Auffassungen darüber aufeinander. Es geht um einen Pylon, einen Werbeturm, auf dem die Logos des Schnellrestaurants und der Tankstelle des Autohofs abgebildet sind. Alle Planung sehen vor, dass der Pylon 35 Meter hoch sein soll. Nach neuerlichen Prüfungen und einem Hinweis der beteiligten Landesstraßenbaubehörde als zuständiges Amt für die Autobahnen will das Landesverkehrsministerium eine kleinere Variante. Zu groß sei die Gefahr einer Ablenkung der Autofahrer, heißt es als maßgebliche Begründung.

In Staßfurt sieht man das anders. Projektverantwortlicher Dr. Ulrich Niestrath sagt, dass man in keinem Fall eine Beeinträchtigung der Sicherheit auf der Autobahn wolle. „Aber eine Verkehrsgefährdung geht von einem hohen Pylon nicht aus.“ Es seien lediglich die Logos abgebildet, gewissermaßen als „Leuchtturm“ für die Autofahrer, die rechtzeitig erkennen könnten, dass bei Brumby getankt und gegessen werden könnte. „Es gibt keine Leuchtreklame oder andere blinkende Elemente.“

Der aktuelle Planungsstand spricht für die Befürworter der 35-Meter-Variante. Die Stadt Staßfurt hat genauen Standort und Höhe des Pylons seit Jahren im genehmigten Bebauungsplan. Es gab keine Einwände seitens der zuvor angehörten Träger öffentlicher Belange oder genehmigender Behörden. Bewusst, so Ulrich Niestrath, habe man einen großen Pylon geplant, weil das Areal des Autohofs tiefer liegt, als das der Autobahn. „Dafür gab es seit 2013 das OK.“ Der Projektleiter vertraut deshalb auch auf die „sachliche Zusammenarbeit mit dem Ministerium“.

Grundstücke sind am Freitag verkauft

Unterdessen laufen die Bauvorbereitungen an. Ulrich Niestrath berichtet, dass McDonalds und Aral am vergangenen Freitag offiziell und verbindlich ihre Grundstücke vom Land gekauft haben. Bisher war das nur vorbehaltlich optional geregelt, falls das gesamte Projekt Autohof nicht zustande gekommen wäre. Der Kauf ermöglicht, dass nun Vermessungsarbeiten beginnen. „Auf dem Lageplan des ersten Bauabschnitts ist genau festgelegt, wo sich die einzelnen Bereiche des Autohofs - von Gebäuden über Parkflächen und Erschließungsstraße bis hin zu Regenrückhaltebecken - befinden. Das wird nun alles genau abgesteckt.“ Anhand der kleinen Pfähle konnten Außenstehende erkennen, wie es künftig auf dem Rastplatz aussehen soll. An den Markierungen orientieren sich dann die Baufirmen bei den ersten Arbeiten. Die beginnen, sobald es Einigung über den Pylon gebe und die Vermessungen abgeschlossen seien, allerdings immer abhängig vom offenen Wetter, so der Projektleiter.

Auf dem rund zwei Hektar großen Areal des ersten Bauabschnitts war aber bereits schweres Baugerät zu Gange. Gasleitungen auf dem Grundstück wurden erneuert und tiefer gelegt. „Sie sind nun vom Schwerlastverkehr überfahrbar.“ Zudem gab es Bodenerkundungen. „Wir haben in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle im September und August archäologische Untersuchungen vorgenommen.“ Hier seien sogenannte Stechschnitte vorgenommen worden, parallele Gräben in einigen Metern Entfernung. Mitarbeiter des Amtes hätten die Untersuchungen begleitet. Dabei, so Ulrich Niestrath, wurden aber keine historisch relevanten Funde gemacht, so dass es grünes Licht für den Ratshofbau gab. „Wir sind froh, dass die Untersuchungen im Vorfeld gemacht worden sind, denn im Zusammenhang mit der Baumaßnahme hätte es Verzögerungen geben können.

Verzögerung durch späten Bauantrag

Ulrich Niestrath sagt aber, dass es bereits eine Verzögerung gebe. Die habe aber mit dem Tankstellenbetreiber zu tun. Er hat seinen geplanten Shop moderner gestaltet, als zunächst vorgesehen. Dementsprechend ging der Bauantrag zwei Monate später beim Landkreis ein, als zunächst geplant. „Daraus resultiert die Verzögerung. Dafür aber bekommen wir das Allerneuste“, sagt der Projektleiter. Er lobt in diesem Zusammenhang besonders den Salzlandkreis, der die Bauanträge für Tankstelle und Schnellrestaurant zügig bearbeitet habe.

Die Projektbeteiligten investieren insgesamt rund 3 Millionen Euro in den neuen Autohof bei Brumby. Kostensteigerungen seien derzeit nicht zu erkennen, so Ulrich Niestrath im Volksstimme-Gespräch.