Egelner Mulde l Die Mitarbeiter im Bürgerservice nehmen seit Januar für die Kreisverwaltung Anträge entgegen, prüfen sie und leiten sie an die Kreisverwaltung weiter, sagt Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke.

Der Landkreis hatte das von ihm selbst betreute Bürgerbüro in Egeln zum Jahresende geschlossen. Das war auf heftige Kritik aus der Kommunalpolitik gestoßen.

Damit die Bürger aber nicht stundenlang im Auto zur Kreisverwaltung nach Bernburg fahren müssen, hat der Landkreis mit der Verbandsgemeinde eine neue Verwaltungsvereinbarung abgeschlossen. Ziel ist es dabei, dass die Einwohner der Egelner Mulde weiterhin vor Ort einen Ansprechpartner in der öffentlichen Verwaltung antreffen und dort ihre Fragen beantwortet werden.

Vor allem Führerscheinangelegenheiten seien die regelmäßigen Verwaltungsvorgänge, die die Menschen bewegten, sagt Hauptamtsleiterin Dagmar Witzke. Wer einen neuen Führerschein beantragen oder einen bestehenden verlängern lassen wolle, könne dies im Bürgerservice beantragen, schildert sie. Die Mitarbeiter nehmen dabei die Anträge entgegen, prüfen sie auf Vollständigkeit und leiten sie dann an die zuständige Abteilung in der Kreisverwaltung weiter. Das gleiche gelte ebenso für Angelscheine, erklärte sie. Allerdings hätten ihr Angler erklärt, dass ihnen der Verwaltungsweg zu lange dauere. So hätten Angler die Fahrt nach Schönebeck zur Außenstelle der Kreisverwaltung gewählt, um dort ihr Anliegen vorzutragen. Vor Ort gingen die Verwaltungsvorgänge schneller über die Bühne, schilderte ihr die Angelfreunde.

Für Verwaltungsvorgänge des Landkreises können übrigens alle Bürger des Kreisgebietes den Bürgerservice der Egelner Mulde nutzen. In den ersten Wochen hätten bereits Bürger aus den Nachbarorten den Weg nach Egeln gesucht, bestätigte sie. Das hatte die Amtsleiterin bereits im vergangenen Jahr befürchtet. Denn die Verwaltung in der Egelner Mulde ist besonders bürgerfreundlich, was die Öffnungszeiten angeht. So hat der Bürgerservice dienstags und donnerstags jeweils bis 18 Uhr geöffnet.

In der Egelner Mulde wird die Verwaltungstätigkeit für den Landkreis seit Januar statistisch erfasst. Dabei geht es vor allem um die Finanzierung der Verwaltungstätigkeiten. Der Landkreis hatte der Verbandsgemeinde eine Jahrespauschale in Höhe von 3000 Euro angeboten. Dies hielt Verbandsgemeindebürgermeister Michael Stöhr für zu wenig. Die statistische Erfassung der Verwaltungsvorgänge soll am Jahresende zeigen, ob die Annahme richtig ist. Anhand der Verwaltungsvorfälle könne die Verbandsgemeinde den tatsächlichen Verwaltungsaufwand und die damit verbundenen tatsächlichen Kosten ermitteln, hatte er dem Verbandsgemeinderat gesagt.