Hohenerxleben l Ursula Pennigsdorf ist die gute Seele des Ortes Hohenerxleben. Sie organisiert und wirkt hinter den Kulissen - beim Karneval, in der Heimatstube und dem Heimatverein und den vielen kulturellen Höhepunkten im Dorf.

Eine der Ideen, die sie mit ins Leben gerufen hat, ist der „Arkschlemmer Karneval“. Traditionell gab es in Hohen-erxleben eigentlich gar keine fünfte Jahreszeit, aber 2007 fasste Ursula Pennigsdorf mit vielen weiteren Engagierten den Entschluss dazu. „Damals kam das Kinderprinzenpaar des Staßfurter Karnevals aus Hohenerxleben“, erinnert sie sich heute an die Anfänge vor neun Jahren. Um die jungen Hoheiten ein wenig zu feiern, wurde ein Rentnernachmittag als kleine Karnevalsaufführung veranstaltet, bei dem einige Mädchen aus dem Ort als Funkenmariechen mitwirkten. Diese führen übrigens bis heute die Garde an und leiten eine Tanzgruppe.

Karneval

„Daraus können wir mehr machen“, waren sich die Hohenerxlebener damals einig und mit immer weiteren „Narren“ des Dorfes wurde schon 2008 ein richtiges eigenes Programm zum „Arkschlemmer Karneval“ auf die Beine gestellt. Nachdem sie die Moderation zu den Shows abgegeben hatte, laufen bei Ursula Pennigsdorf bis heute die Fäden zusammen was Organisatorisches, Proben, Dekoration, Abbau oder Verpflegung angeht.

Ursprünglich stammt Ursula Pennigsdorf aus Diebzig in Anhalt-Bitterfeld. Auf dem Bauernhof ihrer Eltern hat sie eine Ausbildung in der Landwirtschaft absolviert, bis sie in Klötze ihr Staatsexamen machte und dort ihren heutigen Ehemann Lothar Pennigsdorf kennenlernte. Er nahm sie mit nach Hohenerxleben, wo sie ihre erste Arbeitsstelle auf dem volkseigenen Gut hatte. Nach der Wende war dann Schluss mit dem DDR-Betrieb und somit auch mit vielen kulturellen Veranstaltungen, die durch Mitarbeiter und Leitung immer organisiert wurden. Nach und nach schien das Leben im Dorf auszusterben.

„Auf einmal war kulturell gar nichts mehr los bei uns“, erzählt Ursula Pennigsdorf. Deswegen schlossen sich dann 2005 etliche Einwohner zusammen und organisierten die 800-Jahrfeier des Ortes. „Aus der Vorbereitung dieser Veranstaltung ist der Kultur- und Heimatverein sowie auch der Singekreis hervorgegangen.“ Ursula Pennigsdorf strahlt noch heute, wenn sie daran zurückdenkt: „Diese Feier war sagenhaft.“ Viele positive Rückmeldungen, Lob und sogar Briefe führte sie und die anderen Ehrenamtlichen schließlich zu dem Entschluss: „Da müssen wir jetzt dranblieben!“

Höhepunkte im Dorf

Kulturelle Höhepunkte im Ort wurden wieder zum Leben erweckt. Der Tanz in den Mai, das Osterfeuer, Weihnachtsmarkt, Chorfest, das Bläserkonzert „Blech an der Bode“ oder das Scheunenkonzert gehören seitdem zum alljährlichen Veranstaltungskalender.

Die Heimatstube lädt ab und an zu neuen Ausstellungen ein, erst kürzlich über die alte Bäckerei. Neben dem Tag der offenen Tür lernen auch die Kita-Kinder bei regelmäßigen Besuchen dort etwas über die Geschichte. Nach der Gründung des Kultur- und Heimatvereins war die Heimatstube 2009 in die alte Schule eingezogen, etliche Bürger gaben historische Ausstellungsstücke aus ihrem Privatfundus dazu.

Ursula Pennigsdorf betont, dass vor allem die Gemeinschaft den Ort heute so lebenswert macht. „Wir sind eine gute Mannschaft. Es stehen alle bereit, wenn etwas ansteht und man kann sich aufeinander verlassen.“ Mit ihrem eigenen Engagement wiederum will sie ihren Beitrag für den Ort und die Menschen zu leisten.

Sie hat zwar manchmal so viel um die Ohren, dass die drei Kinder und zwei Enkelkinder „schon schimpfen“. „Aber mir macht das Organisieren einfach Spaß.“

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