Staßfurt l Um im Bild für den geplanten Frische- und Regionalmarkt zu bleiben: Im Bauausschuss lief die Präsentation des Marktkonzeptes „wie geschnitten Brot“. Die Mitglieder des Finanzausschusses reagierten in der Mehrheit auch positiv auf die Idee aus dem Rathaus. Allerdings gab es auch Kritik. Hartmut Wiest (Fraktion UWG Salzland/AfD) empfindet die Pläne als „zu kurz gegriffen und nicht durchdacht“. „Ich habe grundsätzlich nichts gegen einen Frischemarkt. Aber die Standortwahl ist nicht nachvollziehbar.

Die rund 15 Stände des Frische- und Regionalmarktes sollen nämlich an sieben Sonnabenden 2017 auf dem Sperlingsberg rund um das Wasserspiel „Salzblüte“ aufgebaut werden. „Wir haben den Beenekeschen Hof als Marktplatz hergerichtet. Dort gibt die Infrastruktur ür die Standbetreiber, zum Beispiel Stromanschlüsse und ein Sanitärgebäude für die Besucher. Die Bürger haben sich an diesen Platz gewöhnt“, sagt Hartmut Wiest. Deshalb sollte auch der Frischemarkt hier seinen Platz finden, meint er der Politiker, und bringt in einem nächsten Gedanken aber auch noch andere Plätze, wie den Leopoldshaller Kirchplatz ins Spiel.

Kleiner Platz soll für mehr Atmosphä

Oberbürgermeister Sven Wagner hat viele Begründungen für die Standortwahl. Das kommende Jahr soll als Testphase für den Markt genutzt werden. Aus diesem Grund hat man bewusst die kleinere Fläche des Sperlingsberges gewählt. „Wir wollen erreichen, dass eine gewisse Atmosphäre geschaffen wird. Der Markt soll zusammenhängend und einladens wahrgenommen werden.“ Zeige der Zuspruch der Staßfurter, dass es Erweiterungspotenzial gebe, stehe dem Umzug auf dem Benneckeschen Hof nichts entgegen.

Der Stadtchef sieht aber noch einen weiteren Vorteil in seinem Platzvorschlag. Die Steinstraße grenzt an den Sperlingsberg. „An Sonnabenden gibt es viel Laufkundschaft in der Einkaufsstraße. Vielleicht gelingt es uns, diese Leute mit auf den Frischemarkt zu ziehen.“ Zudem könnten die Besucher die Toiletten der Stadtinformation in der alten Kaliverwaltung nutzen, die ebenfalls sonnabends geöffnet ist.

Siegfried Klein (CDU-Fraktion), Vorsitzender des Finanzausschusses, pflichtet Wagner bei. Er plädiert sogar dafür, dass man sich für den Sperlingsberg als Standort festlegt. „Das innerstädtische Leben soll bereichert werden und der Frischemarkt wird so auch anders wahrgenommen als der Wochenmarkt auf dem Benneckeschen Hof.“

Klaus Maaß (Fraktion SPD/Grüne) hat ein anderes Problem mit dem Standort Sperlingsberg. Er befürchtet, dass durch das Marktgeschehen die Bepflanzung des Areals leiden könnte. Veranstaltungen wie „Staßfurt in Flammen“ würden das zeigen. Der Oberbürgermeister hatte zuvor erklärt, dass man die Grünflächen neu gestalten und attraktiver machen könnte. Klaus Maaß fände es sinnvoller, Perlkies einzubringen. Die Stadt sieht dafür aber keinen Grund.

Finanzkonzept noch genauer erläutern

Als zu vereinfacht empfanden einige Finanzausschussmitglieder auch die Kostenplanungen. Die Stadt geht davon aus, dass für Strom, Wasser, WC-Nutzung, Kulturprogramm und Marktreinigung nur 3000 Euro aufgebracht für die sieben Markttage werden müssen. Personalkosten für Verwaltungsmitarbeiter sind nicht eingerechnet, weil die ohnehin im Haushalt auftauchen würden. Und mögliche einmalige Investitionen wie Marktschirme in den Stadtfarben für ein einheitliches Bild fehlen auch. Stattdessen rechnet das Rathaus mit Standeinnahmen von 2100 Euro, Geld aus der Strompauschale (262,50 Euro) und Mitteln aus der Wirtschaftsförderung über 2000 Euro.

Stadtrat Hartmut Wiest glaubt, dass allein die Reinigung des Platzes teurer werden könnte. Die Stadt entgegnet, dass man die Händler in diesem Punkt vertraglich in die Pflicht nehmen wolle und am Ende nur die Grundreinigung am Sperlingsberg über den Stadtpflegebetrieb veranlasse. man einigte sich aber darauf, im Finanzausschuss das Thema noch einmal zu behandeln, wenn es konkrete Anmeldungen von Händlern gebe.

Der Frische- und Regionalmarkt soll 2017 von April bis Oktober an jedem zweiten Sonnabend im Monat veranstaltet werden. 15 Händler, so der Plan, werden dabei auswschließlich Produkte aus der Region anbieten. Das Angebot soll Fleisch, Gemüse, Backwaren, Marmelade, Honig, Fisch, Käse und traditionelles Handwerk beinhalten. Erster Termin könnte der der 8. April sein. Die Marktgilde, die den Wochenmarkt in Staßfurt betreibt, will sich nach Rathausangaben nicht beteiligen.