Güsten l Nein, er sei nicht abergläubisch, reagiert der neue Chef der Saale-Wipper-Verwaltung mit Blick auf Freitag, den 13. als ersten Arbeitstag. „Dieser Termin hängt mit dem Berufungstermin und demzufolge mit dem letzten Arbeitstag meines Vorgängers zusammen“, erklärt Jan Ochmann kurz und knapp. Im übrigen sei er Optimist.

Gestern hatte der Alsleber erstmal alle Mitarbeiter der Verwaltung zur Begrüßungsrunde eingeladen, auch die Grundschulleiterin, auch die Hausmeister und Bürgermeister der Mitgliedskommunen.

Bei seiner Ansprache drückte er seine Freude über das neue Betätigungsfeld aus. Als bisheriger CDU-Stadtrat von Alsleben habe er sich ja schon zuvor ein (gutes) Bild von Mitarbeitern der Verwaltung machen können. Ochmann sieht dennoch bei dem gemeinsamen Ziel „bürgernah und leistungsorientiert zu sein, noch Luft nach oben“.

Seine Kammermitgliedschaft als Rechtsanwalt ruht nunmehr für die nächsten sieben Jahre. Mindestens. Wenn dem 45-Jährigen die Arbeit im Rathaus nämlich Spaß macht „und die Bürgerschaft sagt, er hat sich nicht ganz so ,dämlich‘ angestellt“, könnte sich Jan Ochmann schon eine Verlängerung vorstellen.

Noch ist sein Dienstzimmer „nackig“. Kein Bild an der Wand, kein Aktenordner auf dem Tisch. Über mögliche Bilder habe er sich noch keinen Kopf gemacht, wie Ochmann sagt. Die ersten Akten dagegen dürften ab Montag auf dem Tisch liegen. Denn als erste Aufgabe sieht der neue Verwaltungsleiter, den neuen Haushalt der Verbandsgemeinde für 2017 beschlussreif zu machen und beim Landkreis genehmigen zu lassen. Bis 10. Februar ist das Zahlenwerk dort abzugeben. Doch vorher werden dazu ab Montag hausintern wichtige Gespräche geführt, kündigt der Chef an. Die Mitarbeiter sollten sich schonmal Gedanken machen, gab er ihnen gestern gleich mit auf den Weg. Ochmann hat vor, einige Positionen zu hinterfragen – das fange beim Bleistift-Posten an. Er will wissen, was wirklich notwendig ist.

Die Suche nach Einsparpotenzialen will er bis zu den Bau-Investitionen treiben. „Ich will wissen, was ist mit der Verwaltung wirklich 2017 zu schaffen? Was ist 2018 umzusetzen oder danach?“ Bei solchen wichtigen Dingen sollen die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden mit am Tisch sein, denn: „Die Gemeinden müssen schließlich alles gegenfinanzieren können.“ Ochmann nennt als Beispiel einen Behindertenlift für das Freibad Alsleben. „Das wäre schön, ist aber nicht zwingend notwendig. Kita-Investitionen sind wichtiger.“ Auch eine funktionierende Heizung der Kita Güsten zum Beispiel. So etwas könne nicht Monate vor sich hinschwelen. Das verlange Lösungsvorschläge von einem Verwaltungsleiter und letztendlich Entscheidungen von einem Rat.

Jan Ochmann ist daran gelegen, sich regelmäßig mit allen fünf Bürgermeistern zusammenzusetzen und sich auszutauschen. Eine engere Zusammenarbeit der Orte würde er sich insgesamt wünschen. Berührungspunkte gebe es auf jeden Fall. Wer beispielsweise das Schloss Plötzkau anschaut, sollte auch wissen, dass ein Reformator in Warmsdorf gewirkt habe.

Den Gedanken an einen Verbandsgemeinde-Tag wolle er auch nicht aus den Augen verlieren, so der Verbandsgemeinde-Bürgermeister. „Das muss man anschieben, als Verwaltung anfangs auch organisieren, letztendlich aber sollte es von Vereinen und Bürgern kommen. In den Orten klappt das ja, warum nicht auch regional?“ Jan Ochmann ist offensichtlich gesellig. Schließlich singt er in seiner Freizeit in einem Chor. Und er will es so oft wie möglich weiterhin tun, so lange es sein Dienst zulässt.