Stendal l Nach dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) möchte nun auch die Borghardtstiftung als nächster freier Träger eine weitere Betreuungseinrichtung für Kinder in Stendal bauen. Die Planungen für das auf rund 2,1 Millionen Euro geschätzte Projekt sind in vollem Gange, wie Elimar Brandt als Vorstand der Stiftung bestätigt. Anfang 2017 soll es losgehen.

Die Einrichtung soll jeweils 30 Plätze für Hort- und Kita-Kinder bieten und auf dem Gelände der Borghardtstiftung an der Osterburger Straße 82 errichtet werden und sich in das Gesamtensemble einfügen. Es gibt dort bereits Wohnhäuser und eine Tagesstätte für behinderte und pflegebedürftige Menschen. Rund 160 Menschen werden von der kirchlichen Stiftung dort betreut.

Zuschuss ist essentiell für Finanzierung

In unmittelbarer Nähe auf der anderen Seite der Osterburger Straße betreibt die Stiftung bereits die Kita „Abenteuerland“, die für 80 Kinder ausgelegt ist und 2014 völlig neu gebaut wurde und auch integrative Plätze vorhält.

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Ursächlich angestoßen wurde das neue Projekt dadurch, dass es in Stendal einen erhöhten Bedarf an integrativen Hortplätzen gibt, wie Elimar Brandt sagt. Bislang wurden die behinderten Jugendlichen in einem Hort bei der Helen-Keller-Schule von städtischen Mitarbeitern betreut. Allerdings stehen dort lediglich zehn Plätze zur Verfügung.

Die Borghardtstiftung war gewillt, weitere Plätze zu schaffen, und wurde auch vom Landkreis als zuständiger Behörde mit Planungen beauftragt. Es stellte sich heraus, dass die Investition sich nicht wirtschaftlich trägt und Geld von außen erforderlich ist. Vom Land gibt es derzeit kein Förderprogramm, das passt, sagt Brandt. „Wir bleiben da aber dran.“

Die Finanzierung soll im Wesentlichen mit 1,6 Millionen Euro über Darlehen laufen. Kalkuliert sind 150 000 Euro aus der Aktion Mensch sowie ein Eigenanteil und Spenden in gleicher Höhe. Darüber hinaus baut die Stiftung auf einen Zuschuss der Stadt in Höhe von 200 000 Euro. „Der Zuschuss ist essenziell für uns“, sagt Brandt. Bedingt durch gewisse wirtschaftliche Schwierigkeiten in der Vergangenheit, gebe es kein Eigenkapital, was eingebracht werden könne.

Personalplanungen haben schon begonnen

Bei der Stadt gibt es ein positives Signal für den Zuschuss. Im Hauptausschuss wurde dem vor Kurzen zugestimmt, am kommenden Montag soll im Stadtrat die endgültige Entscheidung fallen. Schulamtsleiter Torsten Mehlkopf hatte den Stadträten klargemacht, dass die Variante über den privaten Träger für die Stadt die günstigere sei. „Wenn die Borg­hardtstiftung die Hortplätze nicht schafft, dann müssen wir es tun“, sagte er.

Die Planungen für die neue Einrichtung sind indes schon derart weit gediehen, dass sogar schon feststeht, dass die Heilpädagogin Susann Off die Einrichtung leiten wird. Sie ist derzeit stellvertretende Leiterin der Kita „Abenteuerland“.

Im Übrigen hat die Stiftung für den Bau der Einrichtung ein Grundstück mit der Stadt getauscht. Auf einem Teil des Grundstückes agierte früher der Bauhof mit dem Salzlager.