Stendal l Nun ja, als Schauspielerin Michaela Fent mit „Raise the roof“ aus dem Musical „The wild party“ den Nachmittag eröffnete, war die Stimmung noch weit entfernt von einer wilden Party. Als dann ihr Kollege Jens Wassermann ein Grußwort von Landrat Carsten Wulfänger, eine Rede von Oberbürgermeister Klaus Schmotz (beide CDU) und drei Lieder später als Zugabe den Jürgens-Klassiker „Ich war noch niemals in New York“ anstimmte, lag er zumindest schon in der Luft, der Hauch von wilder Party. Die Gäste sangen und klatschten begeistert mit. Und bedankten sich damit bei den Akteuren auf der Bühne für das für den Anlass sehr passend zusammengestellte Programm, das neben Fent und Wassermann auch TdA-Intendant Alexander Netschajew, Andreas Dziuk (musikalische Leitung, Klavier), Benjamin Ulrich (Drums) und Lars Düseler (Bass) gestalteten, das jazzig nach Chigago entführte und an den Wolfgangssee, wo der schöne Sigismund im „Weißen Rössl“ logiert.

Während sie sich auf ihren Auftritt vorbereiten konnten, kam er für einen Herren im Publikum ganz unvorbereitet: den Stendaler Gerd Engel. Er wurde am Freitagnachmittag für sein ehrenamtliches Engagement in der Äthopienhilfe und bei der Entwicklung des Laufsportes mit dem Siegel der Hansestadt Stendal, einer Kopie des ältesten bekannten Siegels der Stadt, geehrt. Als Überraschung hatte Klaus Schmotz den begeisterten Läufer auf die Bühne gerufen, ganz nach dem Motto: Das Beste kommt zum Schluss.

Winckelmann und Reformation

Seine Rede hatte Schmotz begonnen mit einem Gruß hinaus an die, die – zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen – nicht kommen können oder die nicht wollen. Vernehmbares Lachen kommentierte diese Reaktion auf das Fernbleiben von Linken und Grünen.

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In seiner Rede blickte Schmotz auf das Jahr 2017, legte den Fokus dabei auf zwei wichtige Ereignisse: den 300. Geburtstag Winckelmanns und das Reformationsjubiläum. „Wir sollten beide Ereignisse nutzen, um die städtische Identität zu stärken“, sagte Schmotz und lud alle Bürger ein, sich mit Ideen in diese Jubiläen einzubringen. Nachdem er rund 200 neue, bisher nicht erfasste Baugrundstücke, die Erhöhung der Kita-Plätze, den geplanten Grundschulneubau und die Bevölkerungsentwicklung angerissen hatte, nahm er das Stichwort Bürgerbeteiligung noch einmal auf. Die brauche die Stadt „an vielen Stellen“. Denn, mit dieser Feststellung schloss Schmotz seine Rede: Das Leben in der Stadt und im Landkreis sei mehr als nur Wahl- und Sparkassenskandal.