Soldarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft (Solawi): Bundesweit gibt es bereits kleine bäuerliche Betriebe, die Unterstützer suchen, damit sie kostendeckend arbeiten und produzieren können.

Eine Übersicht über Solawis gibt es hier:

www.ernte-teilen.org

Mehr Infos zur Beteiligung in Höwisch sind bei Rainer Rippl zu bekommen. Die Adresse: Höwischer Straße 16, Arendsee. Telefon: 0176 559 319 32, E-Mail: vernunftslandwirt.arendsee@gmail.com

www.vernunftslandwirt-arendsee.de

Höwisch l Rainer Rippl geht seinen eigenen Weg. Der Landwirt aus Höwisch bei Arendsee baut auf rund zwei Hektar Land Obst und Gemüse an, hält Hühner und Kaninchen. Er ist zwar kein zertifizierter Ökobauer, hält aber auch nicht viel von der konventionellen Landwirtschaft. Seine Produkte verkauft er auf Wochen- und Bauernmärkten sowie an Gastronomen und Restaurants in der Region. Doch um wirtschaftlich überleben zu können, versucht er seinen Absatzmarkt zu erweitern und setzt dabei auf das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft (Solawi). Die Idee dahinter: Private Haushalte beteiligen sich durch eine Mitgliedschaft an den Kosten des landwirtschaftlichen Betriebes und erhalten dafür einen Ernteanteil.

Bei den Solawis handelt es sich um ein bundesweites Netzwerk, in dem sich Menschen mit einem landwirtschaftlichem Hintergrund zusammen geschlossen haben, dass Hilfe zur Selbstorganisation und einen Handlungsbedarf für Erzeuger und Verbraucher anbietet. Das Ziel ist der Erhalt und die Förderung nachhaltiger und bäuerlicher Landwirtschaft. Rainer Rippl ist von der Idee überzeugt und hält sie für die Existenz von Kleinbauern extrem wichtig. Er bietet in seiner Solawi verschiedene Formen der Mitgliedschaft an. Man kann als zahlendes Mitglied wöchentlich eine Gemüsekiste beziehen, als Anteilseigner Anteile besitzen oder auch beim Anbau helfen und dafür Obst und Gemüse erhalten.

Konzept in der Altmark noch recht unbekannt

Momentan hat Rippl, der sich Vernunftslandwirt nennt, wenige Mitstreiter, doch er hofft, dass noch weitere hinzukommen. Bundesweit gibt es zahlreiche Solawis, vor allem rund um die Großstädte und Ballungszentren haben sich diese angesiedelt. In unserer Region jedoch ist dieses Konzept noch relativ unbekannt.

Doch legen immer mehr Menschen Wert darauf zu erfahren, woher ihre Lebensmittel kommen und darauf, dass diese umweltfreundlich produziert werden. Das ist eine Chance für Kleinbauern wie Rippl. Der Vernunftslandwirt hat eine Strategie entwickelt, um die Natur nicht so stark zu belasten. Sein Credo lautet „so wenig wie möglich und nur so viel wie tatsächlich nötig“. Der gebürtige Cottbuser kam 1983 in die Altmark. Er bekam das Händchen für die Gärtnerei schon in die Wiege gelegt. Sein Vater ist der bekannte Garten- und Landschaftsarchitekt Helmut Rippl, der zahlreiche Werke über Gartenkunst veröffentlicht hat und Ehrenprofessor des Landes Brandenburg ist.

Landwirtschaft ist harte Arbeit erklärt Rainer Rippl bei der Besichtigung seines Hofes. Von März bis Dezember arbeitet er rund 70 bis 90 Stunden pro Woche. Unterstützt wird er von seiner Lebensgefährtin Brigitte Kaupke. Der Höwischer setzt auf Vielfältigkeit und hat über 40 Kulturen angebaut. Angefangen bei Obst, wie Himbeeren oder Johannisbeeren über diverse Kartoffel- und Salatsorten bis hin zu Brokkoli und Spargel, wächst bei ihm so ziemlich alles. Auch Blumen, wie Astern, Löwenmaul, Chrysanthemen und Gladiolen stehen auf seinem Feld.

Die Chemiekeule ist nur für den Notfall

Um möglichst wenig Pflanzenschutzmittel einsetzen zu müssen. greift er vorwiegend auf Sorten zurück, die nicht so häufig von Schädlingen befallen werden. Beim Anbau von Möhren und Radieschen werden prophylaktisch Netze gegen den Befall von Maden eingesetzt, die effektiv sind. Beim Rucola setzt Rippl gegen den Befall von Erdflöhen Holzasche ein. Während des Wachstums beobachtet er die Pflanzen genau. Gespritzt wird nur im äußersten Notfall. „Im Prinzip verfahre ich so, wie bei mir. Nur wenn ich ernsthaft erkrankt bin, benötige ich eine Tablette. Bei einer Erkältung hilft aber auch eine Tasse Tee.“ Das ist der Grundgedanke seines Handelns.

 „Hartnäckig ist besonders die Krautfäule bei Kartoffeln. Da muss manchmal ein Fungizid zum Einsatz gegen den drohenden Ernteverlust kommen, weil es das einzige Mittel ist, das noch hilft“, erklärt der Landwirt. Unkraut wird mit Hand und Hacke bekämpft. Dünger kommt nur in Form von Pferdemist vom benachbarten Reiterhof zum Einsatz. Auf eine künstliche Bewässerung verzichtet er außer bei starker Trockenheit. Außerdem wird alles wird weiter verwertet, beispielsweise als Futter für die Tiere.