Dreileben / Groß Rodensleben l Wenn der Dreileber Volker Limburg auf das Jahr 2016 zurückschaut, dann stellt er fest, dass es ein sehr arbeitsreiches Jahr für ihn war. Aber auch eines mit vielen greifbaren Ergebnissen. Nachdem er über viele Jahre die Geschichte von Drackenstedt und Druxberge erforscht und in Büchern zusammengefasst hat, kann er jetzt auch eine dicke Chronik von Groß Rodensleben in den Händen halten. Druckfrisch sozusagen, denn die Druckerei hat erst vor wenigen Tagen die Exemplare geliefert.

Dass das Interesse auch der Groß Rodensleber daran groß ist, weiß er, nachdem das Buch bereits zum Weihnachtsmarkt im Ort zur Ansicht bereitlag. Entstanden ist es auf Basis der von Pfarrer Friedrich August Fürer handschriftlich geführten Chronik, die dieser im Jahre 1859 begonnen hatte. Sie stellt die Geschichte der Kirchengemeinde Groß Rodensleben sowie Hemsdorfs dar.

Chronik umfasst 533 Seiten

Im Vorwort des neuen Buches weisen Volker Limburg als Bearbeiter sowie Annette Rein als Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Groß Rodensleben darauf hin, dass die Chronik des 16. evangelischen Pfarrers von Groß Rodensleben 125 Jahre im Archiv der Kirchengemeinde verharrte. Erst dann, Anfang der 1990er-Jahre, wurde der „Schatz“ gehoben und durch eine Frau Vorbrodt aus Groß Rodensleben in ein maschinenschriftliches Manuskript umgewandelt.

So war das 400 Seiten umfassende Werk zumindest lesbar, wurde aber noch in einem Aktenordner aufbewahrt, bis es das Interesse von Volker Limburg weckte. „Durch meine Recherchen in Drackenstedt wusste ich von der Chronik des Pastor Fürer“, sagt Volker Limburg. Er verweist auf eine Geschichte, mit der Pastor Fürer beispielsweise in der Groß Rodensleber Chronik auflöst, wie die zahlreichen Skelette hinter die Drackenstedter Kirche kamen. „Das war für mich eine schlüssige Sache“, fügt er hinzu.

Spannend findet Limburg aber auch das, was Fürer über die Geschichte Deutschlands oder ausführlich über die meteorologischen Verhältnisse im Ort oder auch über verschiedene Groß Rodensleber aufgeschrieben hat. Doch in dem im Selbstverlag herausgegebenen Buch war noch viel mehr Platz. Volker Limburg fand Aufzeichnungen mehrerer Pastoren, die in späteren Jahren in Groß Rodensleben wirkten, eine Chronik einer Groß Rodensleber Schulklasse, die Winfried Mock von 1943 bis 1953 führte, sowie eine große Bilderauswahl. Alles das ergänzt die ursprüngliche Fürer-Chronik zu einem umfassenden Werk. „533 Seiten sind es geworden“, so Limburg, der ein Vierteljahr mit Recherchen und Zusammenstellung beschäftigt war.

Plan: Buch über Bergen

Seitdem er 1992 aus beruflichen Gründen in die Börde kam, hat es ihm die Geschichte der Bördedörfer, besonders ringsum Dreileben, angetan. „Es ist wie ein Krimi, wenn man einmal angefangen hat zu recherchieren, kann man nicht mehr aufhören“, ergänzt er. Unterdessen hat er schon seine nächste Aufgabe genau im Blick. Ein Buch über die Geschichte der Kommende Bergen möchte er herausgeben.

Die Groß Rodensleber Chroniken, die bereits vorbestellt waren, können jeweils dienstags und mittwochs zwischen 8 und 13 Uhr bei Annette Rein im Groß Rodensleber Pfarrhaus abgeholt werden.

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