Domersleben l Um 8.30 Uhr versammeln sich die Freiwilligen Feuerwehren Domersleben, Bottmersdorf, Klein Germersleben und Wanzleben am Gerätehaus. Der Alarm wird simuliert, wenig später trifft der zweite Zug am Kulturhaus ein. Im Laufe des Vormittags werden insgesamt 51 Kameraden an mehreren Stationen trainiert. Mit sehr gutem Ergebnis, wie den Feuerwehrleuten von Ausbildungsleiter und Zugführer David Bednarz bescheinigt wird. „Mein Fazit fällt positiv aus. Alle haben diszipliniert und effektiv gehandelt. Wir sind für mögliche Einsätze gewappnet.“

Das Training ist von Bednarz und Benjamin Zeugner, Gruppenführer in der Domersleber Wehr, vorbereitet worden. Beteiligte Ausbilder für das Stationstraining sind Patrick Schröder (Wärmebildkamera/Wanzleben), René Giese (Suchtechnik in großen Räumen/Wanzleben) und Benjamin Zeugner (Vorgehensweise im Brandraum/Domersleben). Zum Trainingbegrüßt Bednarz den zweiten Zug – Kameraden aus Domersleben, Bottmersdorf, Wanzleben und Klein Germersleben.

„Gemeinsam proben wir das Zusammenspiel unter realitätsnahen Bedingungen. Jede der genannten Wehren ist für die Ausbildung Gastgeber und stellt ein Schwerpunktthema vor, das dann abgearbeitet wird“, erklärt Ralf Schmidt, stellvertretender Leiter der Domersleber Wehr.

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Die Feuerwehrleute sind mit sechs Fahrzeugen am Ort des Geschehens eingetroffen. Lösch- und Tankfahrzeuge sowie die Drehleiter kommen zum Einsatz. Aber auch eine Stoppuhr: „Wir haben ermittelt, wie viel Zeit die Wehren vom Empfang des Alarms bis zum Eintreffen am simulierten Ereignisort beanspruchen“, macht Bednarz deutlich.

Die Ausbildungsziele werden formuliert: Es wird von einem Brand mit vermissten Personen im Kulturhaus ausgegangen. Die Kameraden erkennen schnell, dass es sich um einen „Kellerbrand mit starker Rauchentwicklung“ handelt. „Im Keller des Kulturhauses befindet sich ein Jugendklub. Es galt für die mit voller Montur ausgerüsteten Atemschutzgeräteträger die vermisste Person zu retten. Anlegen der Ausrüstung und optimales Vorgehen bei der Suche nach verunfallten oder vermissten sind dann auch so trainiert worden“, berichtet Ralf Schmidt vom Zusammenspiel der Atemschutzgeräteträger der beteiligten Wehren.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Einsatz der Wärmebildkamera. „Den Kameraden sind Wirkungsweise und Einsatzmöglichkeiten der Kamera erklärt und an praktischen Beispielen verfestigt worden, berichtet David Bednarz. Außerdem sind weitere Suchmethoden in großen Räumen, zum Beispiel mit einem Seil, ausprobiert und geschult worden.

Dritter Schwerpunkt ist das Schaffen der Wasserversorgung über eine lange Wegstrecke außerhalb des Gebäudes. Diese beträgt bis zu 350 meter von der Wasserentnahmestelle bis zum Brandobjekt. Die Wasserversorgung erfolgt von zwei Seiten.

David Bednarz erläutert den Ablauf bei einem möglichen Brandfall. „Die integrierte Leitstelle in Haldensleben wird im Ernstfall informiert. Sie löst dann den Alarm an die Feuerwehren aus. Im Regelfall werden alle betroffenen Wehren zeitgleich benachrichtigt. Die ortsansässige Wehr – in unserem Übungsfall am Sonnabend die Domersleber – ist zuerst am Ort. Sie startet den Erstangriff, nimmt Personenrettung und erste Wasserversorgung am Hydranten vor.“ Nachrückende Wehren bauen dann eine stabile Wasserversorgung auf und stellen Sicherheitstrupps. Die Sicherheit der Kameraden gehe bei allen Aktionen aber immer vor, weiß Bednarz.

Flugs haben die Kameraden zwei stabile Wasserversorgungen für den Innen- und Außenangriff aufgebaut. Die Drehleiter kommt zum Einsatz. „Damit bekämpfen wir von oben Brandnester oder kühlen beispielsweise den Dachstuhl, um die Ausbreitung eines Brandes zu verhindern“, schildert David Bednarz.

Gegen Mittag wird die gemeinsame Übung für beendet erklärt und der Zugführer wertet mit den Gruppenführern der beteiligten Wehren das Training aus.

Für die Stärkung mit Essen und Trinken nach dem anstrengenden Vormittag sorgt die Domersleber Wehr.