Klein Wanzleben/Wanzleben/Sülzetal l 21 Kameraden der Feuerwehr aus der Stadt Wanzleben-Börde und dem Sülzetal – darunter mehrere Quereinsteiger – werden derzeit an ihren künftigen Einsatzdienst herangeführt. „Wir gehen davon aus, dass alle Teilnehmer noch nie etwas mit dem Feuerwehrdienst zu tun hatten“, erklärt Martin Kotter, der in der Gemeinde Sülzetal als stellvertretender Gemeindewehrleiter für die Ausbildung der Feuerwehren zuständig ist. Gemeinsam mit David Leseberg, bei der Feuerwehr der Stadt Wanzleben-Börde in der gleichen Position, hat er die diesjährige sogenannte Grundausbildung geplant. Die Zusammenarbeit der Feuerwehren der beiden Einheitsgemeinden hat sich bei dieser Ausbildung bereits in den vergangenen Jahren bewährt.

In insgesamt 70 Stunden Theorie und Praxis konzentrieren sich die „Neulinge“ auf ihre künftigen Aufgaben in der Feuerwehr. Die Rechte und Pflichten sind ebenso Thema wie die Unfallverhütungsvorschriften, die Gerätekunde und die Technische Hilfeleistung ebenso wie „die Gruppe im Löscheinsatz“. Eine zweitägige Erste-Hilfe-Ausbildung schließt sich noch an.

Nach der Theorie folgt die Praxis

Was zunächst theoretisch besprochen wird, wird am nächsten Tag im praktischen Teil gefestigt – zahlreiche erfahrene Ausbilder aus verschiedenen Ortsfeuerwehren der Stadt Wanzleben-Börde und der Gemeinde Sülzetal stehen ihnen dabei zur Seite. Nach Aussage von Martin Kotter wird aber bewusst ein etwas „härterer Maßstab“ angesetzt, dass die Teilnehmer auch merken können, dass der Feuerwehralltag nichts für sie sein könnte.

Auch die Ausbildungsorte werden an den sechs Wochenenden gewechselt. So ging es am vorletzten Ausbildungswochenende im Zuckerdorf Klein Wanzleben unter anderem hoch hinaus. Einer von wenigen intakten Schlauchtürmen eröffnete hier die Möglichkeit, auch das Selbstretten zu üben. Auch wenn eine große Portion Mut dazugehört, sich aus großer Höhe durch ein Fenster abzuseilen, so ist das beispielsweise unumgänglich, wenn der Rückweg durch das Treppenhaus abgeschnitten ist. Im Stationsbetrieb wurden an diesem Tag zudem Themen wie die Schachtrettung, das Öffnen von Türen im Brandfall sowie der Umgang mit der Wärmebildkamera und verschiedenen Leitern behandelt.

Wenn die Absolventen an diesem Wochenende ihr Wissen und Können in der theoretischen und praktischen Übung unter Beweis gestellt haben, stehen ihnen in den kommenden zwei Jahren in der Heimatfeuerwehr weitere 80 Dienststunden zum Festigen der Grundkenntnisse bevor, ehe ihre „Truppmannausbildung“ komplett abgeschlossen ist. Bereits mit dem Abschluss des ersten Ausbildungsteils können sie aber, soweit sie 18 Jahre alt sind, mit in den Einsatz fahren.