Wanzleben l „Die Einheitsgemeinde steht zu ihren Freibädern in Wanzleben und Klein Wanzleben“, sagte Bürgermeister Thomas Kluge (parteilos) zur Volksstimme. Er hatte das Thema Freibäder bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates Wanzleben im Seehäuser Sonnensaal in seinem Informationsteil an die Ratsmitglieder aufgegriffen und sich auf Beiträge auf der Internetplattform facebook bezogen, die sich mit dem Thema beschäftigten.

Bürger äußerten Kritik

Dort hatte unter anderem Kathy Bentke aus Wanzleben geschrieben, dass sie als berufstätige Mutter zweier schulpflichtiger Kinder zurzeit die großen Ferien durchlebe. Bei warmen Wetter wolle die Wanzleberin mit ihren Kindern das Spaßbad besuchen und wundere sich über die unflexiblen Öffnungszeiten.

Sie hatte unter anderem vor, an einem warmen Dienstag bei teilweise 27 Grad Celsius Lufttemperatur nach dem Joggen mit ihren Kindern ins Spaßbad zu gehen, um dort zu schwimmen oder zu baden. „Also lief ich am Spaßbad vorbei und habe gelesen: geschlossen! Somit bin ich mit den Kindern ins nahe gelegene Magdeburg gefahren und habe dort mein Geld gelassen“, sagte die Mutter.

„Ich als Wanzleberin finde es sehr traurig, wie hier mit unserem Spaßbad umgegangen wird. Man könnte meinen, man möchte es für immer schließen, da es sich nicht rechnet (kein öffentliches Bad rechnet sich). Leider werden auch jegliche Konzepte von Bürgern abgeschmettert. Und wer leidet unter dieser Situation am meisten? Unsere Kinder, die in den Sommerferien nicht ins Spaßbad gehen können, da es geschlossen ist“, beschwerte sich Kathy Bentke.

Mehr Verlässlichkeit bei den Zeiten

Für Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge seien die Wünsche der Bevölkerung nach einer Ausdehnung der Öffnungszeiten der Freibäder verständlich. „Diese Wünsche sind jetzt aber so nicht umzusetzen. Wir müssen weiter daran arbeiten“, sagte Kluge vor dem Stadtrat. Der Bauausschuss solle das Thema nochmals aufgreifen und diskutieren.

Jedoch schränkte der Rathauschef ein, dass die Stadt beim Betrieben ihrer Freibäder auf die „wirtschaftlich sparsamste Aufgabenerfüllung“ achten müsse. Nur so sei es möglich, die Bäder wegen der angespannten Haushaltslage überhaupt zu öffnen. Dazu gehöre ebenso, Mehraufwendungen zu minimieren. „Trotz Geldmangels hält die Stadt Wanzleben ihre Freibäder offen“, verdeutlichte Tino Bauer, Fraktionsvorsitzender der Linken.

Neben der finanziellen Frage sei es jedoch wichtig, eine Verlässlichkeit an Informationen an die Bürger zu gewährleisten, um sie darüber zu informieren, ob die Bäder an einem bestimmten Tag geöffnet sind oder nicht. Bauer regte an, diese Information täglich und zeitnah über die Internetseite der Stadt den Bürgern zur Verfügung zu stellen.

Schließzeiten im Internet

„Das passiert bereits“, verdeutlichte Bauamtsleiter Olaf Küpper, in dessen Verantwortungsbereich die Freibäder liegen. Es stehe auf der Internetseite der Stadt, wenn das Spaßbad in Wanzleben an einem Tag wegen schlechten Wetters um 13 Uhr schließt. Ist das Bad geöffnet, sei dort jetzt ebenso eine aktuelle Informationen zu lesen.

Das Spaßbad Wanzleben sei während der Saison täglich garantiert von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Gegen Mittag würden die Mitarbeiter des Bades prüfen, ob sie bis zum Abend weiter geöffnet haben oder nicht. Diese Entscheidung hänge vom Wetter und dem Besucherinteresse ab. Im Freibad Klein Wanzleben würden die Kollegen vor Ort jeden Tag vom Wetter abhängig entscheiden, ob sie öffnen oder nicht.

Horst Flügel, Ortsbürgermeister von Klein Wanzleben und FDP-Stadtratsmitglied, sehe bei den Freibädern noch Optimierungsmöglichkeiten. Wanzlebens Bürgermeister Thomas Kluge wolle diese Möglichkeiten gerne mit dem Ortschaftsrat diskutieren. Informationen zur aktuellen Öffnung des Spaßbades unter www.wanzleben-boerde.de