Groß Rodensleben l Der Saal des Gemeindehauses in der Ortschaft erstrahlt in neuem Glanz. Frische Farben sind verstrichen, Parkettfußboden und Heizkörper gereinigt worden. Neue Türen wurden eingebaut, der Eingangsbereich umgestaltet, Theken- und Nebenraum aufgebrezelt.

„Ansinnen war, das einzige Objekt dieser Art in Groß Rodensleben nicht nur für die Ortschaft, sondern für die gesamte Einheitsgemeinde zu erhalten“, berichtet Ortsbürgermeister Jürgen Wichert.

2008 wurde mit geringen Mitteln begonnen, dann herrschte acht Jahre Stillstand. Das Flachdach war notdürftig geflickt worden, weitere werterhaltende Maßnahmen mussten warten.

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Erste Maßnahmen 2008

Nun hat sich eine Gruppe Freiwilliger die Verschönerung des Objektes auf die Fahne geschrieben. Zwölf bis 15 Groß Rodensleber Frauen und Männer verschiedener Gewerke sind angetreten, um den drohenden Verfall zu stoppen.

Der erste Arbeitseinsatz habe Anfang Mai stattgefunden. „Wir haben eine Bestandaufnahme gemacht und erste vorbereitende Arbeiten erledigt“, schilderte Jürgen Wichert. Auf fünf Einsätze bringt es die Truppe bislang und hat 252 Stunden an Eigenleistungen erbracht.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Das Ganze habe deshalb funktioniert, weil während der Renovierung Teamgeist herrschte, weiß der Ortsbürgermeister. „Wir hatten viel Spaß bei der Arbeit“, so Jürgen Wichert.

252 Stunden Eigenleistung

Der Gedanke, den Gemeindesaal zu renovieren, entwickelte sich mit der Gründung des Tischtennisvereins zu Beginn dieses Jahres. Die zwölf Mitglieder trainierten in Ermangelung einer Sporthalle im Saal.

„Wir haben uns zusammengesetzt und über das weitere Vorgehen gesprochen. Schließlich war eine kostenlose Nutzung auf Dauer nicht möglich. Wenn es der Gruppe gelingt, sich dauerhaft zu etablieren, muss sie auch Verantwortung für den Saal übernehmen“, erinnert sich Jürgen Wichert.

Das war der Fall und nach einem Vierteljahr wurde der Renovierungsplan in Angriff genommen. Federführend für die Aktion waren Enrico und Heiko Krone sowie die Familie Brodtrück.

Noch einiges zu tun

Am gestrigen Donnerstag hat die vorerst letzte Aktion im Gemeindesaal stattgefunden. Zu tun bleibt noch einiges. Die Bausubstanz sei nicht die beste, in Zukunft noch Maßnahmen wie neue Fußboden, neue Bedachung oder Außenputz für die Werterhaltung wichtig.

Ebenso müsse eine neue Toilette geschaffen werden, denn die alte stamme aus den 1970-er Jahren und sei dringend sanierungsbedürftig. Beabsichtigt ist, ein Sanierungskonzept zu erarbeiten.

Bausubstanz nicht die beste

„Für den Moment sind unsere finanziellen Mittel erst einmal ausgereizt. Ich wünsche mir aber, dass dieses Kleinod den Groß Rodenslebern und auch den Bürgern der Einheitsgemeinde erhalten bleibt. Spenden sind daher jederzeit willkommen“, wirbt Jürgen Wichert um Unterstützung. Zugleich dankte er Bürgermeister und Verwaltung der Stadt Wanzleben-Börde für die Mittel, die bislang bereitgestellt worden sind.

Die Betreuung des Gemeindesaales liegt in Händen des Heimatvereins. Dieser hat derzeit 27 Mitglieder und wird künftig Heimathof heißen.

Der Verein um seinen Vorsitzenden Silvio Lauenroth sowie die Stellvertreter Jürgen Ulrich und Rolf Szibzick ist vielseitig aktiv und freut sich über personelle Verstärkung. Inter-essenten können sich beim Vereinsvorstand oder beim Ortsbürgermeister melden.