Langenweddingen l Besorgte Eltern und Schüler hatten sich am Freitagnachmittag vor dem Bürgerhaus auf dem Jubelberg in Langenweddingen getroffen. Sie hatten einen Termin mit Langenweddingens Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek (Linke), die auch im Gemeinderat des Sülzetals als Mitglied sitzt, vereinbart. Kinder und Erwachsene übergaben der Kommunalpolitikerin Umschläge mit Briefen an ihre Kollegen im Gemeinderat. Darin setzen sie sich für den Erhalt der Grundschule Langenweddingen ein. Ebenso ein von den Schülern gestaltetes Plakat mit allen Unterschriften der Mädchen und Jungen.

Langenweddingen will um Schule "kämpfen"

Den Protest und den Unmut der Langenweddinger hatte der Entwurf des Gemeindeentwicklungskonzeptes für das Sülzetal hervorgerufen, mit dem sich die Verwaltung und der Gemeinderat seit geraumer Zeit beschäftigen. Darin wird die Zukunft der Einheitsgemeinde mit all ihren Entwicklungschancen skizziert. Auch ist in dem Papier, das der Gemeinderat noch beschließen muss, die Zukunft der Schullandschaft in der Einheitsgemeinde festgeschrieben. Auf einer Landkarte des Sülzetals tauchen darin die Grundschulstandorte Osterweddingen und Altenweddingen weiterhin auf. Der Grundschulstandort Langenweddingen fehlt. Ein Zeichen für die besorgten Langenweddinger, dass ihre Grundschule auf lange Sicht von der Landkarte verschwinden und geschlossen werden soll. In einem Gespräch mit der Volksstimme hatte Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek diesen Plan in der Vorwoche öffentlich gemacht. Was wiederum den Protest der Langenweddinger vor dem Bürgerhaus zur Folge hatte.

„Wir werden um unseren Schulstandort kämpfen“, sagte dann auch Claudia Hadel. Die Langenweddingerin ist Mitglied in den Fördervereinen der Grundschule Langenweddingen und der Kindertagesstätte „Spatzennest“. Zusammen mit anderen besorgten Eltern organisierte sie den Protest der Langenweddinger. Sie sehe sich dabei einig mit dem Schulelternrat, dem Elternkuratorium der Kindertagesstätte sowie dem Sportverein Langenweddingen. In den Briefen an die Gemeinderäte, die die Langenweddinger an Ortsbürgermeisterin Spurek übergaben, waren Schreiben der Mitglieder des Sportvereins sowie der Gremien der Grundschule enthalten. „Ich finde Ihren Protest sehr gut und werde ihn im Gemeinderat unterstützten“, versicherte Jutta Spurek.

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Eltern fordern: Integration in Ganztagsschule

„Wir als Elternvertreter der Grundschule und der Kita Langenweddingen möchten auf diesem Weg an Sie für den Erhalt unserer Grundschule appellieren“, hieß es unter anderem in einem der beiden Briefe an die Gemeinderäte. Als Argumente für den Erhalt ihrer Grundschule zogen die Unterzeichner unter anderem ins Feld: geringer Sanierungsbedarf und dadurch geringe Investitionskosten, großes Platzangebot im sanierten Zustand, Kapazität für 150 Schüler, direkte Anbindung an eine neue Sportstätte mit Außensportanlage sowie Gesundheits- und bewegungsorientiertes Schulkonzept. Um den Standort auf lange Sicht zu erhalten, schlugen die Verfasser vor, die Auslastung der Kapazitäten der Grundschule Langenweddingen durch die Umverteilung der Grundschüler aus anderen Standorten und die Integration der Grundschule in die Ganztagsschule des Sülzetals in Langenweddingen umzusetzen.

Abschließend schrieben die besorgten Langenweddinger Eltern an die Gemeinderäte: „Bitte bedenken Sie: Das Glück unserer Kinder liegt in Ihren Händen!“. Symbolisch erhält jedes Mitglied des Sülzetal-Gemeinderates von den Kindern für seine „abstimmende Hand“ ein Glücksarmband. Langenweddingens Ortsbürgermeisterin Jutta Spurek streifte ihr Glücksarmband gleich über die Hand und versicherte, auf jeden Fall gegen die Schließung der Grundschule Langenweddingen stimmen zu wollen. Der Gemeinderat des Sülzetals kommt am Dienstag, 15. Dezember, um 19 Uhr im neuen Osterweddinger Feuerwehrgerätehaus im Gewerbegebiet zu seiner nächsten Sitzung zusammen. Zwar steht das Gemeindeentwicklungskonzept nicht auf der Tagesordnung, doch wollen die Langenweddinger Eltern dennoch die Sitzung des Gemeinderates besuchen. Um gegen die mögliche Schließung ihrer Grundschule im Dorf zu protestieren.

Sportverein schreibt Brief

Im Brief des Sportvereins Langenweddingen, der von Vorstandsmitglied Olaf Heinrichs unterschrieben war, hieß es unter anderem: „Die Lebensversicherung eines Vereins ist der Nachwuchs. Wir betreiben als Handballer einen Hallensport. Durch unseren Verein bestehen mit der Kindereinrichtung in Langenweddingen, mit der Grundschule Langenweddingen und mit der Ganztagsschule Sülzetal Kooperationsverträge. Bedingt durch die erfolgreiche Arbeit wurde der Grundschule Langenweddingen im Jahre 2014 durch den Handballverband der Titel ‚Handball-Grundschule‘ verliehen“. Weiter schrieben die Handballer, dass hier in Langenweddingen zurzeit eine erfolgreiche Zusammenarbeit durch die Nähe einer Kindertagesstätte, einer Grundschule, einer Ganztagsschule und einer modernen Sporthalle bestehe. „Ein Auseinanderreißen so einer Konstellation kann keinen Erfolg bringen. Dann haben wir auf beiden Seiten Verlierer“, befürchteten die Sportfreunde.

Nach Volksstimme-Informationen trafen sich am Sonnabend in einer nicht öffentlichen Sitzung Gemeinderat und Spitzen der im Gemeinderat vertretenen Fraktionen, um über das Gemeindeentwicklungskonzept erneut zu beraten. Über den Inhalt der Sitzung ist nichts bekannt.