Wernigerode l Wer der nächste James Bond wird, ist Hollywoods bestgehütetstes Geheimnis. Die Dreharbeiten für das 25. Abenteuer von Geheimagent 007 haben noch nicht begonnen. Doch ein Mann ist schon an Bord: Clemens Aulich aus Wernigerode.

„Für einige Szenen wird ein Hubschrauber benötigt. Da haben sie mich kontaktiert“, sagt Aulich. Der leidenschaftliche Pilot und Chef des Wernigeröder Luftfahrtmuseums sammelt seit Jahrzehnten Flugzeuge und Hubschrauber. Und die Filmleute sind bei ihm fündig geworden. Aulichs Helikopter soll ganz groß rauskommen. Er ist noch für einen weiteren Film im Gespräch – für „Jurassic World II“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Clemens Aulich Filmluft schnuppert. Für den Spionage-Thriller „Bridge of Spies“ baute er 2014 das Cockpit einer U2 nach. Bei den Dreharbeiten beriet Aulich sogar Regisseur Steven Spielberg. Regelmäßig erhält der Wernigeröder Anfragen für Film- und Fernsehproduktionen, darunter „Starfighter“, „Alles Klara“ und „Käptn Blaubär“. „Die Filmbranche ist relativ klein, wie eine kleine Familie“, sagt Aulich. Man kenne sich inzwischen.

Filmerei als Hobby

„Die Leute kommen auf mich zu, interessieren sich für unser Fliegerequipment.“ Er betreibe dafür keine aktive Werbung. „Die Filmerei macht mir Spaß, ist so etwas wie ein Hobby für mich. Leben könnte ich davon nicht.“

Aktuell sind drei seiner Maschinen im Kino zu bewundern – im Film „Kundschafter des Friedens“, der am 26. Januar angelaufen ist. In der Komödie bittet der Geheimdienst ausgemusterte DDR-Topspione um Hilfe bei einer Mission im tiefsten Osten. Die Hauptrollen spielen Henry Hübchen, Jürgen Prochnow, Michael Gwisdek und Winfried Glatzeder. „Alle Flugzeuge, die im Film zu sehen sind, sind von uns“, sagt Clemens Aulich und zählt auf: „Die Transall, die Antonow und die Zlin.“

Wiedersehen bei der Premiere

Zwei Tage dauerten die Dreharbeiten auf dem Flughafen in Ballenstedt. Aufregend? „Die meiste Zeit ist Warten“, sagt Aulich unbeeindruckt. „Unsere Flugzeuge waren Beiwerk, die Landebahn Kulisse.“ Aber er habe die Schauspieler kennengelernt. „Sie haben bei uns in der Kantine zu Mittag gegessen.“ Fasziniert habe ihn, wie viel Vorlauf und akribische Vorbereitung eine Filmproduktion braucht. „Regisseur Robert Thalheim war bestimmt dreimal vorher da mit einer großen Crew – Setdekorateure, Beleuchter, Kameraleute, die geprüft haben, wie sie die Szenen am besten ins rechte Licht setzen.“

Bei der Premiere in Berlin habe er Mitte Januar das ganze Team wieder gesehen – und den fertigen Film. Was ihn besonders freute: „Unsere Flugzeuge waren relativ lange im Bild. Sonst sind solche Szenen eher kurz.“ Der Film selbst habe ihm gut gefallen. „Gut besetzt, amüsant, smarte Dialoge. Seichte Unterhaltung, aber sympathisch.“