Cattenstedt l Einen Tag nach dem Brand in Cattenstedt sitzt bei den betroffenen Familien der Schock tief. Ein Team von Kriminaltechnikern des Polizeireviers Harz in Halberstadt hat sich auf Spurensuche begeben, um zu klären, wie es zu diesem verheerenden Feuer kommen konnte, bei dem das Mehrfamilienhaus stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. Noch am Nachmittag waren die Beamten dabei, Beweismittel sicherzustellen.

Dem Vernehmen nach wurden verschiedene Spuren gesichert, die nun ausgewertet werden müssen. Allerdings könne ein Fremdverschulden ausgeschlossen werden. Die Spurenlage deute aller Wahrscheinlichkeit auf einen technischen Defekt, vermutlich an der Elektroanlage hin.

Ein Brandopfer auf Weg der Besserung

Positive Nachrichten kamen derweil aus dem Klinikum „Bergmannstrost“ in Halle. Der 81-Jährigen Frau, die bei dem Brand verletzt und mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen worden war, soll es wieder besser gehen. Sie könne noch in dieser Woche ins Harzklinikum verlegt werden. Der Zustand ihres 85-jährigen Gatten ist allerdings noch immer kritisch. Er wurde aufgrund seiner schweren Brandverletzungen in ein künstliches Koma versetzt. Der Senior, der das Feuer wohl entdeckt hatte, war von seinem 15-Jährigen Enkel geistesgegenwärtig aus der brennenden Küche gezogen worden. Dabei hatte der Jugendliche selbst Rauchgase eingeatmet.

Dank an allen Helfern

Blankenburgs Stadtwehrleiter Werner Greif, der auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Cattenstedt und Chef der Cattenstedter Ortsfeuerwehr ist, zeigte sich von dem Ergebnis der polizeilichen Untersuchungen überrascht, aber zugleich erleichtert. Denn als das erste Löschfahrzeug um 12.34 Uhr – also weniger als viereinhalb Minuten nach Alarmierung – an der Einsatzstelle eintraf, hatte das Feuer bereits den betroffenen Anbau sowie Teile des darüber befindlichen Balkons mit offener Flamme erfasst und begonnen, sich in das erste Obergeschoss auszubreiten.

Brandgase hatten sich bereits massiv in anderen Gebäudeteilen ausgebreitet, schilderte Greif das Geschehen. „Hier zeigte sich allein am zeitlichen Verlauf der Vorteil, dass auch unser Ortsteil über eine einsatzbereite und gut ausgerüstete Feuerwehr verfügt“, so der Cattenstedter, der sich ausdrücklich bei allen Einwohnern bedankte, die die rund 100 Einsatzkräfte bei den Rettungs- und Löscharbeiten unterstützt und an der Einsatzstelle nach der kritischen Phase mit Essen und Trinken versorgten hatten.

Hilfe für Brandopfer wird vorbereitet

Erst nach dreieinhalb Stunden konnte der Leitstelle „Feuer aus“ gemeldet werden. Es folgten noch Nachlöscharbeiten sowie Kontrollen am Abend und am Dienstagmorgen.

Inwieweit den betroffenen Familien geholfen werden kann, welche Unterstützung notwendig ist, soll in den kommenden Tagen noch detailliert ermittelt werden. Am Dienstag standen vor allem die Begutachtung der Krimaltechniker, Bausachverständigen und der Versicherung im Vordergrund.