Wernigerode l Die neue Brücke über das Stille Wasser sorgt bei den Anwohnern Am Wiesenhang für Unmut. „Voll daneben“, lautet das Urteil von Horst Luft. Das Bauwerk, das vor einer Woche freigegeben wurde, sei weder behindertengerecht noch fußgängerfreundlich. „Die gesamte Gestaltung mit dem Abhang hinunter zur Brücke ist eine Katastrophe.“

Besonders stört den Wernigeröder, dass der neue Überweg von einer Seite nur über zwei Stufen zu erreichen ist. „Die alte Brücke war bodengleich“, so Luft. Die Stufen seien zudem zu schmal, sodass Menschen mit großen Füßen nicht richtig auftreten können. Und wer die Treppe hinuntersteige, gerate leicht auf die abgeschrägten Flächen, die den Aufstieg zum Beispiel mit einem Kinderwagen erleichtern sollen.

Stadträtin Tina Sasse (Bündnis 90/Grüne) ist ein weiteres Detail aufgefallen. „Die Rampe, die zur Brücke hinaufführt, läuft direkt auf das Geländer zu“, monierte sie in der Sitzung des Bauausschusses am Montag. So, wie sie derzeit aussehe, sei die Schräge völlig nutzlos, zumal der Winkel mit fast 45 Grad Neigung viel zu steil sei, um Kinderwagen oder Rollstuhl hinauf- oder hinunterzuschieben. Hinzu komme, dass die Brücke sehr schmal sei. Jörg Völkel, Leiter des städtischen Bauamtes, versprach Abhilfe. „Die Rampe muss angepasst werden“, sagte er in der Sitzung. Ein Termin vor Ort solle vereinbart werden.

Dass der Zustand nicht so bleiben kann, steht für Horst Luft außer Frage. „Es ist ein viel begangener und notwendiger Weg.“ Der Wernigeröder hofft zudem, dass der Weg zwischen Straße und Brücke in Ordnung gebracht wird. Bei den dreiwöchigen Bauarbeiten wurde der Zugang zur Querung in Mitleidenschaft gezogen. „Am Wiesenhang wohnen viele ältere Leute“, sagt Luft. Er selbst sei mit mehr als 70 Jahren noch gut zu Fuß. „Doch wenn ich irgendwann einen Rollator brauchen sollte, kann ich den Weg nicht mehr nutzen.“ Für die Augen sei das Bauwerk ebenfalls keine Freude: „Es ist einfach an Hässlichkeit nicht zu überbieten.“