Wernigerode l „Das Ergebnis geht völlig in Ordnung und ich bin stolz auf meine Leistung.“ Das sagt Radsportler Thomas Schäfer aus Wernigerode über Platz sieben im Einzelzeitfahren bei den Paralympics in Rio de Janeiro. Der 35-Jährige, hatte im Ziel des 30-Kilometer-Kurses 58 Sekunden Rückstand auf einen Medaillenrang.

„Leider hat sich der Trainingsrückstand bemerkbar gemacht“, sagt der Radsportler, der wegen einer angeborenen Fehlbildung am rechten Unterschenkel eine Prothese trägt und links einen Klumbfuß hat. Thomas Schäfer wurde erst Ende August für die Spiele am Zuckerhut nachnominiert.

Der Radsport sei bei den Paralympics „ein knallhartes Profigeschäft, für jeden Athleten ist es der sportliche Höhepunkt“. Demensprechend einfach ist Thomas Schäfers Alltag im paralympischen Dorf gestrickt – Frühstück, Trainieren, Mittagessen, Regeneration, Abendessen.

Fokus auf Wettkämpfen statt Sightseeing

„Ich halte mich auch hier strikt an meine Trainingspläne und Verhaltensgrundsätze“, berichtet der Wernigeröder aus Rio de Janeiro. „Voller Fokus auf die Wettkämpfe, dafür bin ich hier.“

Am Mittwoch , dem Tag seines Starts im Zeitfahrens, habe Thomas Schäfer den Trubel um ihn am Zuckerhut erst richtig realisiert. Bei seiner Trainingsfahrt am Donnerstag hatte der Radsportler vom Nordharzer Racingteam endlich Gelegenheit, sich die Umgebung in Rio de Janeiro anzuschauen. Der Harzer versuche, zahlreiche Impressionen nebenbei mitzunehmen.

„Die Stimmung hier ist sehr gut“, sagt der Wernigeröder. „Man hat das Gefühl, dass die Brasilianer den paralympischen Sport sehr gut annehmen und begeistert dabei sind.“ Aber aufgrund der hohen Qualität der Wettkämpfe dürfe er sich als Radsportler „nicht unnötig die Beine verbiegen“.

Zweiter Start im Straßenrennen

Ab Freitag, 16. Spetember, gilt Thomas Schäfers Fokus „wieder dem sehr schweren Straßenrennen“, seinem zweiten Start bei den Paralympics. Das 90 Kilometer lange Straßenrennen findet auf der Halbinsel Pontal bei Rio statt. Hier wurden auch bei den Olympischen Spielen die Straßenwettbwerbe der Radsportler ausgetragen. Start ist am Sonnabend, 17. September, um 9.30 Uhr Ortszeit (14.30 Uhr MESZ).

Auf die Paralympics hat sich Thomas Schäfer auf den Straßen rund um Wernigerode vorbereitet. Er trainiert viel im Vorharz, für intensivere Einheiten klettert er die Berge in Richtung Schierke und Braunlage hinauf. Der Paracycler – so werden in der Radsport-Szene Fahrer mit Handicap genannt – hat seine Karriere vor 13 Jahren begonnen. Die Qualifikation für die Paralympics in London vor vier Jahren hatte der Wernigeröder noch verpasst.