Wernigerode l Große Ehre für Christian Feuerstack: Der Konditormeister ist am Donnerstag mit dem Aura-Preis ausgezeichnet worden. Der 31-Jährige führt in Wernigerode das Unternehmen Harzer Baumkuchen. Überreicht wurde die Urkunde von Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD).

„Wir verleihen den Preis an Unternehmen, die in besonderer Weise innovativ kreativ sind, die Botschafter für das Land sind“, so Willingmann. Der Handwerksbetrieb sei „wundervoll sichtbar, leuchtet von weither, ist bekannt“. Zwar gebe es auch anderswo Baumkuchen in Sachsen-Anhalt, aber in Wernigerode habe das Gebäck eine lange Tradition.

Eigene Note

Bereits 1749 wurde die erste Baum- und Schlosskuchenfabrik von Hermann Schröder in der Westernstraße gegründet, heißt es in der Chronik des Unternehmens. Mitte des 20. Jahrhunderts gab es in Wernigerode viele Baumkuchenbäcker, deren Produkte sich großer Beliebtheit erfreuten. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Baumkuchenproduktion zerstort. Erst in den 1950er und 1960er Jahren konnte wieder gebacken werden. 1982 übernahm der VEB Backwaren Wernigerode die Baumkuchenproduktion und belieferte 400 Verkaufsstellen. Das Aus kam nach der Wende. Rolf-Dieter Friedrich hat die Tradition im Jahr 1992 wiederbelebt. 2008 wurde das Baumkuchenhaus eröffnet. 2014 übernahm Christian Feuerstack das Unternehmen und trat in die Fußstapfen von Rolf-Dieter Friedrich.

Wichtig sei ihm dabei gewesen, den Betrieb in Friedrichs Sinne fortzuführen und gleichzeitig seine eigene persönliche Note hineinzubringen, so Feuerstack. So wie im Januar 2017, als er den Tresen- und Thekenbereich umgestalten ließ.

Magnet für Besucher

Das Baumkuchenhaus habe sich über die Jahre zu einem Besuchermagnet entwickelt. „Es ist schön, dass das gelingt“, so Minister Willingmann. „Das hat uns motiviert, dem Unternehmen den Preis zu verleihen. Die Auszeichnung soll Ihre Tätigkeit als Werbeträger für Sachsen-Anhalt unterstreichen.“ Mit der Übernahme des Betriebes durch Feuerstack sei eine gelungene Firmenfortführung geglückt. „Das ist es, was wir im Ministerium forcieren und weiter begleiten wollen“, kündigte Willingmann an. Es müsste noch einiges geschehen, weil sonst die Gefahr bestehe, dass solche Unternehmen vom Markt verschwinden.

Hintergrund: Mit der „Aura“ – der Auszeichnung für herausragendes unternehmerisches Wirken in Sachsen-Anhalt –würdigt das Wirtschaftsministerium Firmen, die neue Wege gehen, querdenken, Bestehendes hinterfragen, innovative Produkte entwickeln und erfolgreich auf den Markt bringen – kurz: Unternehmen mit Ausstrahlung auf die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt. Vertreter von Verbänden, Kammern, Hochschulen, Forschungsinstituten, Banken und Gründerzentren sind aufgerufen, preisverdächtige Unternehmen zu benennen. Die Preisträger wählt eine Jury des Ministeriums aus.