Volksstimme: Herr Knackmuß, die berühmte Fee mit dem Zauberstab schwebt in das Ortsbürgermeisterbüro. Was wünschen Sie sich?

Rolf Knackmuß: Bevor ich mir etwas wünsche, wünsche ich allen Farslebern ein gesundes neues Jahr. Dann wünsche ich mir, dass die Parkplätze an der Kita „Weinbergwichtel“ so hergerichtet werden, dass sie auch bei Regen und Matsch nutzbar sind. Der zweite Wunsch wäre, dass der marode Fußweg der Hauptstraße und die Straßenbeleuchtung nach Umverlegung der Elektro-Freileitung modernisiert wird. Eine Umgestaltung des Begleitgrüns wäre eine notwendige Folgemaßnahme. Drittens wäre es an der Zeit, dass der Friedhof hergerichtet und die Trauerhalle endlich saniert wird, dass die Wege befestigt werden. Es wäre weiterhin schön, wenn für die Breitbandversorgung eine schnelle finanzierbare Lösung erarbeitet und bald mit der Realisierung begonnen wird.

Volksstimme: Worauf sind Sie in Farsleben von Herzen stolz?

Rolf Knackmuß: Auf die vielen Menschen, die ehrenamtlich hier arbeiten, auf die Gemeinsamkeit, durch die so ein Dorf lebt. In Farsleben gibt es beispielsweise den Kulturverein „Webers Hof“, dessen Veranstaltungen längst überregional bekannt sind. Es gibt die Feuerwehr und den Seniorenclub.

Volksstimme: Die Arbeit in den genannten Gruppen ist auf viele Schultern verteilt, andernorts werden Ehrenamtler schmerzlich vermisst. Warum läuft es in Farsleben gut?

Rolf Knackmuß: Es gibt einen Stamm und immer mal kommt jemand dazu, der sagt: Ich helfe euch. Niemand fragt, was er davon habe, das gemeinsame ehrenamtliche Arbeiten macht einfach Spaß. In der Seniorenbetreuung sind es vor allem die „Jungrentner“, die sich um die geselligen Nachmittage kümmern. An diesen Nachmittagen wird Karten gespielt, Gymnastik angeboten, Kaffee getrunken oder groß gefeiert. Dazu werden Anlässe wie Frauentag, Fasching, der Sommer oder die Weihnachtszeit gerne genutzt. Der Zulauf zu den Seniorentreffen ist groß. Es gibt immer mehr ältere Menschen, die den Kontakt suchen. In der Runde sitzen Farsleber, aber auch Wolmirstedter oder Magdeburger, die vor einiger Zeit aus Farsleben weggezogen sind. Außerdem erleben wir zunehmend, dass sich die ehrenamtlich arbeitenden Gruppen gegenseitig unterstützen. Beim Adventsmarkt auf Webers Hof ist seit zwei Jahren die Feuerwehr dabei, außerdem Bürger, die Lust darauf haben, mit Kindern zu basteln oder sie zu schminken.

Volksstimme: Die Feuerwehr stellt auch eigene Aktionen auf die Beine...

Rolf Knackmuß: Die Kameraden und die Mitglieder des Fördervereins organisieren Osterfeuer mit Lampionumzug, haben den Sportplatz und inzwischen auch den Platz zwischen Gerätehaus und Kirche unter ihre Fittiche genommen. Auch das Knobelturnier, das alljährlich im Januar im Saal von Webers Hof ausgetragen wird, lockt Spieler aus der ganzen Region an. Wohl wegen der Geselligkeit und der lustigen Preise. Ganz besonders aber freuen sich die 34 aktiven Kameraden über das neue Löschfahrzeug, das ihnen Ende November übergeben wurde. Das ersetzt den alten W50, der noch aus DDR-Zeiten stammt. Die High-Tech-Ausstattung des neuen Fahrzeugs begeistert die jungen Kameraden. Derzeit üben sie viel, damit sie im Ernstfall sicher damit arbeiten können.

Volksstimme: Was waren die Höhepunkte des Dorflebens 2016?

Rolf Knackmuß: Der Spielplatz der Kita wurde saniert und nach vier Jahren intensiven Kampfes endlich auch der Fahrradweg an der Kreuzung nach Mose verlegt. Damit ist die Sicherheit wesentlich besser gewährleistet.

Volksstimme: Was kann 2017 noch besser werden?

Rolf Knackmuß: Vieles, wenn wir das Geld hätten. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung könnte stellenweise besser werden. Die Vereine freuen sich immer über Nachwuchs. Außerdem ist in der Grünpflege noch einiges möglich. Hier muss ich allerdings betonen, dass nach der Baumschau im Herbst viele Problemstellen umgehend beseitigt wurden. Auch die Spielplätze werden in Ordnung gehalten. Am liebsten würden wir weitere Baugebiete vorhalten. Junge Familien finden in Farsleben kein Bauland mehr, einige sind deshalb abgewandert, leider sogar Kameraden der Feuerwehr.

Volksstimme: Gegen weiteres Bauland könnte sprechen, dass Menschen wieder mehr in die Kernstädte ziehen. Warum sollten sich Menschen trotzdem entscheiden, in Farsleben sesshaft zu werden?

Rolf Knackmuß: Wegen der netten Leute. Zwar ist die Infrastruktur nicht sehr ausgeprägt, aber es gibt eine lebhafte Nachbarschaftshilfe. Das hilft Menschen, die wenig mobil sind, beim Einkaufen oder bei Arztbesuchen. Außerdem gibt es einen schönen Fahrradweg nach Wolmirstedt, der rege genutzt wird. Junge Familien hingegen sind ohnehin mobil. Haben sie kleine Kinder, steht die Kita „Weinbergwichtel“ zur Verfügung. Die ist mit rund 50 Kindern gut ausgelastet. Im Dorf gibt es eine gute Altersmischung.

Volksstimme: Kinder und Senioren haben Plätze, an denen sie zusammen kommen können. Auch die Jugendlichen haben am Sportplatz einen Club, der vom DRK betrieben wird. Läuft es dort?

Rolf Knackmuß: Der Jugendclub liegt außerhalb der Ortschaft und ist für Jüngere schwer zu erreichen. Die älteren Jugendlichen kommen dort jedoch regelmäßig zusammen. Auch sie bringen sich in das Ortsleben ein, haben erstmals einen eigenen kleinen Adventsmarkt gestaltet und bieten Ostern Kaffee und Kuchen an, vor allem für die Familien, die sich zum Eiertrudeln am Weinberg treffen. Ja, es läuft.