Ebendorf l Ein straffes Programm erwartete die Mitglieder der Wahlkreiskonferenz sowie des Kreisparteitages Börde am vergangenen Sonnabend in einem Hotel in Ebendorf. Nachdem die anwesenden SPD-Mitglieder ihre Landesliste für die Bundestagswahl bestimmt hatten, ging es daran, einen Direktkandidaten für die Bundestagswahl zu wählen. Die Amtsinhaberin Waltraud Wolff tritt im kommenden Jahr nicht wieder an.

Zur Wahl hatten sich Franziska Kersten und Wolfgang Zahn gestellt. Zahn ist seit 1994 Mitglied der SPD, wohnt in Oschersleben. Der Agrar-Projektleiter sitzt in Hornhausen im Gemeinderat, im Kreistag des Landkreises Börde und im Oscherslebener Stadtrat. Seit 1999 schon ist der 54-Jährige Mitglied im Kreisvorstand seiner Partei.

Franziska Kersten (48) trat 1996 der SPD bei, war lange Beisitzer bei den Jusos, den Jungen Sozialdemokraten, in Nordrhein-Westfalen. Sie lebte jahrelang in der belgischen Wallonie, kam 2014 nach Magdeburg und in die Altmark. Die Beamtin ist Tierärztin beim Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie und unter anderem Sprecherin des Agrar-Netzwerkes der Bundes-SPD.

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Franziska Kersten soll in Bundestag

Die SPD-Mitglieder entschieden sich am Ende mit 40:11 Stimmen für Franziska Kersten. Sie soll, wenn es nach dem Willen der SPD geht, im kommenden Jahr für die Partei in den Bundestag einziehen. Nach ihrer Benennung als Kandidatin sagte sie: „Ich bin sehr dankbar, dass die Mitglieder mir so viel Vertrauen entgegenbringen, obwohl ich hier eigentlich die Zugereiste bin.“

Auf die Fahnen hat sie sich unter anderem geschrieben, die ländlichen Gebiete weiterzuentwickeln. „Nicht nur in den Städten, auch auf dem Land müssen die Lebensbedingungen so sein, dass die Leute bleiben. Ich möchte, dass die Kinder im Land irgendwann mal sagen können, dass sie einfach hierbleiben, weil alles passt“, sagt sie. Eine ganze Weile werde es aber wohl dauern, bis es soweit ist.

Zusätzlich will sie das Vertrauen der Menschen in die Politik stärken und zurückgewinnen: „Wir müssen glaubwürdig sein, klar unsere Haltung zeigen. Und politische Entscheidungen treffen, die unserem Land eine gute Zukunft ermöglichen.“

Wolfgang Zahn gab sich nach seiner Wahlniederlage etwas zerknirscht: „Mit ein paar Stimmen mehr für mich hätte ich schon gerechnet, das ist schade. Aber meine Unterstützung für Franziska Kersten steht.“

Am Nachmittag wählten die Anwesenden SPD-Vertreter auch noch einen neuen Kreisvorstand. Wolfgang Zahn, Florian Pannasch, Ringo Wagner, Angela Leuschner, Joachim Hoeft, Vinny Zielske, Katrin Gensecke, Christine Laqua und Olaf Schönefuhs werden für die kommenden beiden Jahre die Geschicke der SPD im Landkreis Börde lenken.

Zum Vorsitzenden des Kreisvorstands wurde wie in der vergangenen Wahlperiode Ringo Wagner aus Barleben gewählt, einen weiteren Kandidaten für den Posten gab es nicht. Stellvertretende Vorsitzende des Gremiums ist Angela Leuschner. „Nach diesem Tag bin ich richtig zufrieden“, sagt Ringo Wagner. In einer konstruktiven Atmosphäre seien ohne Stress wichtige Posten besetzt worden.