Zerbst l Der Spitzname des Gebäudes, nach dem die Volksstimme beim dieswöchigen Heimatfotorätsel gesucht hat, ist sofort nachvollziehbar. So weiß Gisela Lehmann aus Zerbst: „Das Gebäude wurde ‚der schwarze Sarg‘ genannt und war ein Ersatzbau für das Konsum-Kaufhaus. Dass Gisela Lehmann das noch so genau weiß ist kein Wunder, denn, so erzählt sie: „Ich habe in dem Patrizier-Haus, in dem der alte Konsum sich befand, in der ersten Etage gewohnt.“ An das Haus kann sie sich noch genau erinnern, da es so ungewöhnlich aufgebaut war. So erzählt sie lachend von drei Böden, die in der Wohnung vorhanden waren: „Der erste Boden war begehbar, der zweite nur mit Leiter zu erreichen und der dritte bestand dann nur noch aus vereinzelten Brettern.“

Doch besonders bemerkenswert fand sie den Keller. „Das war ein Gewölbe mit schwarzem Fußboden – vermutlich ein Brauereikeller“, erinnert sie sich.

In dem Gebäude gearbeitet

Karin Erxleben kennt das alte Konsum-Gebäude ebenfalls wie ihre Hosentasche. „Ich habe dort bis zum Februar 1980 gearbeitet“, erzählt sie der Volksstimme. In dem alten Gebäude des Konsums hat die gebürtige Leitzkauerin, die jetzt in Badewitz wohnt, sogar ihre Berufsausbildung gemacht.

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Während sie glaubt, dass der „schwarze Sarg“ niedergebrannt ist, sagt Klaus-Dieter Heringhausen aus Zerbst: „Das alte Gebäude ist damals abgebrannt.“ Tatsächlich war es das alte Gebäude, das 1981 niederbrannte. Eine gesamte Fassade des Hauses sei damals zwar nach dem Brand bestehen geblieben, jedoch abgerissen worden. „Denkmalpflegerisch ist das eine schlimme Sache“, findet der Zerbster. Er erinnert sich noch an ein kleines Geschäft mit Tiernahrung, das in dem „schwarzen Sarg“ gewesen sein soll. Das alte Konsum-Gebäude sei vermutlich infolge einer Brandstiftung abgebrannt. „Es wurde vermutet, dass Kinder ein Feuer gelegt haben“, erinnert er sich.

An beide Gebäude erinnert sich Angela Braune aus Zerbst noch genau. Von dem alten Gebäude schwärmt die Zerbsterin, die in Magdeburg Kunsterziehung studiert hat, noch sehr. „Es hatte so schöne Giebel“, beschreibt sie. Mit dem alten Konsum-Gebäude verbindet sie auch persönliche Erinnerungen „Ich war dort bereits als Teenager einkaufen“, erzählt sie weiter.

Viele Bauten verloren gegangen

Allgemein findet sie es sehr schade, wie viele alte Gebäude in Zerbst nach dem Krieg zerstört wurden. „Ich habe letztens einen Fernsehbericht über Krakau und andere polnische Städte gesehen. Die wurden teilweise ebenfalls fast vollständig zerstört – wurden aber wieder aufgebaut“, bedauert sie, dass in Zerbst auf diese Art und Weise viele schöne Bauten verloren gegangen sind.

Gudrun Grolms aus Dornburg hingegen hat zwar nie in Zerbst gewohnt, dafür dort jahrzehntelang gearbeitet. „An dem ‚schwarzen Sarg‘ bin ich fast täglich vorbeigefahren“, meint sie. Denn das Gebäude liegt schließlich unweit von der heutigen Fuhrstraße – eine Straße, die viele Pendler durchqueren.

Während das Gebäude bei den meisten Anrufern als „schwarzer Sarg“ bezeichnet wurde, gab es noch weitere Spitznamen. So sprachen einige Leser – so auch Karl Bernau aus Lindau und Sigrid Mazur aus Wertlau – von dem „schwarzen Loch“. „Das Foto muss irgendwann in den achtziger Jahren entstanden sein“, glaubt Sabine Behrnd aus Zerbst, die ebenfalls vom „schwarzen Loch“, spricht. Abgerissen worden sei das schwarze Gebäude dann kurz nach der Wende, meint sie weiter zu wissen.

Auch Lothar Platte aus Schora verbindet einige schöne Erinnerungen an die beiden Konsum-Gebäude. „Es gab da eine sehr kompetente Verkäuferin – Frau Glockenmeier“, weiß er noch.

Ihr Mann habe in der Meisterschule, in der er sein Landwirtschaftsstudium absolviert habe, Mathe unterrichtet, während Frau Glockenmeier selbst Textilien verkauft hat. „Sie war so gut im Beraten, dass man bei ihr immer etwas gefunden hat“, sagt er.

Die richtige Antwort wussten auch: Harald Neupert, Detlef Teßmann, Roland Obst, Wolfgang Dompke, Ursula Hackemesser, Heinz Stamann, Gisela Thiem und Hildegard Franke.

Die Gewinnerin ist Gudrun Grolms aus Dornburg. Sie kann sich ihren Gewinn montags bis freitags zwischen 10 und 17 Uhr in der Volksstimme-Redaktion, Alte Brücke 45, abholen.