Zerbst l Am Sonnabendnachmittag konnte man in die Lebensweise des Zerbtser Adels eintauchen. Der Förderverein Schloss Zerbst hatte seine Türen wieder für Besucher geöffnet. Angeboten wurden Führungen durch die Gemächer der Fürstenfamilie. Zu bestaunen war unter anderem auch das neu gestaltete Schlafzimmer von Fürstin Johanna Elisabeth von Holstein-Gottorf, der Mutter von Katharina der Großen. In Anlehnung an das Zimmerinventar des 18. Jahrhunderts wurde das Rokokobett mit Unterstützung des VHS-Bildungswerkes nachgebaut. Vom Entwurf auf dem Papier bis zur Präsentation im Schloss verging gut ein Jahr.

Zu den neuesten Ausstellungsstücken im Zerbster Residenzschloss gehören ein Gemälde von Ottmar Hendschel auf dem das Zedernkabinett des Zerbster Schlosses zu sehen ist, welches wohl um 1900 geschaffen worden ist, sowie eine Netzvase, die um 1760 in einer Zerbster Manufaktur hergestellt wurde. Beide Stücke sind Originale und wurden bei Auktionen ersteigert.

Der Schlossverein hat eine stattliche Anzahl an Postkarten zusammengetragen. Mehr als 300 sind es wohl, vorrangig mit Motiven und Abbildungen des Zerbster Schlosses und des Schlossgartens vor der Zerstörung 1945. Ein Großteil der historischen Ansichten können die Besucher in den Ausstellungsräumen bestaunen.

Neue Angebote für Kinder

Neu sind auch einige Angebote, die sich an die kleinen Besucher richten. Bei einem Puzzle oder einem Wissensquiz werden die Kinder spielerisch an die Zerbster Historie herangeführt. Aber auch die Erwachsenen kommen wohl selten an dem Puzzle vorbei, ohne es ins rechte Bild zu rücken.

Der Nachmittag im Schloss wurde dieses Mal sogar von der Fasch-Musikschule musikalisch umrahmt. Posaunenlehrer Gero Schmidt und sein Musikschüler Jan Walther (einer von 40 Erwachsenen Musikschülern, die an der Zerbster Musikschule ein Instrument lernen) gaben diesem Nachmittag eine besondere Atmosphäre.

Insgesamt 15 Ehrenamtliche waren im Einsatz um den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen oder bei Führungen jede Menge Wissenswertes zu vermitteln. Geöffnet waren auch die Räume des Katharina- und des Heimatvereins im zweiten Stock. Das nächste Mal öffnet das Schloss am 15. Juli von 14 bis 16 Uhr seine Türen. Zuvor gibt es am 24. Juni um 19 Uhr die Schlossfilmspiele. Karten sind in der Zerbster Tourist-Info erhältlich.