Zerbst l Dicht drängten sich die Besucher an den aufgebauten Ständen. Wegen des Nieselregens und Temperaturen nur knapp über null Grad Celsius hatten viele ihre Schals, Mützen und Kapuzen tief in das Gesicht gezogen. Dennoch taten die eher widrigen Wetterbedingungen der Laune auf dem Schulhof des Francisceums an der Jeverschen Straße keinen Abbruch.

Dort hatten die Schüler der fünften bis siebten Klassen einen Weihnachtsmarkt vorbereitet. Und der lockte hunderte Eltern, Großeltern, Verwandte und Bekannte an. Während die Jungen und Mädchen der siebten Klassen für die leibliche Verpflegung zuständig waren, sie verkauften beispielsweise Würste, Kaffee, Glühwein oder Waffeln, hatten die Schüler der anderen Klassen zahlreiche Stände vorbereitet. Sowohl auf dem Schulhof als auch im gesamten Gebäude boten sie an zahlreichen Ständen Selbstgebasteltes an, hatten Gestecke oder Teelichter vorbereitet oder einen Bücherflohmarkt aufgebaut.

Frische Waffeln

„Es ist super“, sagte Silvia Becker, die gerade in der Waffelcafeteria Platz genommen hatte. Ihre Enkelin Cara Becker brachte ihr eine frische Waffel, welche sich ihre Oma schmecken ließ. „Die Schüler und Lehrer geben sich sehr viel Mühe, die Atmosphäre ist toll“, sagte sie. Noch habe sie an den Ständen nichts gekauft, aber sie werde es in jedem Fall noch tun, versprach sie. „Das kommt ja alles den Klassenkassen zugute. Da kauft man doch gern was“, fügte sie an.

Bilder

In der Aula führten Schüler der sechsten Klasse ein Kulturprogramm auf. Es gab Tanzeinlagen, einen Chorauftritt sowie Auftritte von Instrumentalisten. „Wir haben viele Talente in dieser Klasse“, sagte Torsten Huß. Das tat er nicht ganz ohne Stolz, schließlich handelte es sich um seine Klasse. „Und um meine“, fügte Anne Lange an. Denn die Klassen 5 und 6 des Francisceums verfügen über den Luxus, gleich zwei Klassenlehrer zu haben. „Das hat eine Menge Vorteile, die Kinder haben mehr Ansprechpartner, was gerade bei unserer Situation mit den zwei verschiedenen Gebäuden natürlich praktisch ist“, so die Koordinatorin.

Anne Lange war auch eine der Hauptorganisatorinnen des Weihnachtsmarktes – und voller Lobes für den Nachmittag. „Es hat alles sehr gut geklappt“, erklärte sie gegenüber der Volksstimme.

Besonders die Überraschung sei sehr gut angekommen. „In den vergangenen beiden Jahren hatten wir immer eine Feuershow als Höhepunkt des Marktes“, erklärte sie. Dieses Mal hatten sie sich für eine Lichtshow entschieden. „Das passt gut, denn die Lichtshow sollte eh in der Aula stattfinden. Die Feuershow war ja immer auf dem Hof. Wegen des Wetters wäre das nicht so gut gewesen“, erklärte sie.

Lichtshow aus Vockerode

Mit fluoreszierenden Reifen, Stäben und toller Körperbemalung faszinierten die Künstler von Venerius Motus aus Vockerode die Schüler und Marktbesucher gleichermaßen.

„Die Rückmeldungen von Kollegen aber auch von Gästen waren sehr positiv“, ergänzte Anne Lange weiter. Mit den Einnahmen werden die Klassenkassen aufgebessert. „Weil wir aber ein wirtschaftlich ausgerichtetes Gymnasium sind, erheben wir pro Stand auch eine Steuer“, erklärte sie. Zehn Prozent werden vom Umsatz für die Allgemeinheit einbehalten. In den ersten beiden Jahren kauften sie davon Lichterketten und Warmhaltegefäße für den Weihnachtsmarkt.