
Um die Entwicklung des Bundeswehr-Standortes Letzlingen ging es am Donnerstagabend während einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Gardelegen. Diskutiert wurde aber auch über die Auslandseinsätze.
Gardelegen l Seit 32 Jahren ist Oberst Michael Matz Soldat. Seit gut einem Jahr ist er Kommandeur des Gefechtsübungszentrums Altmark. Und auch in Afghanistan war der Offizier für sieben Monate im Auslandseinsatz. Ausreichend Erfahrungen also, um sich während der öffentlichen Veranstaltung zu verschiedenen Aspekten der Bundeswehr zu äußern. In seinem kurzen Einführungsreferat sprach Oberst Michael Matz über die Bundeswehrreform insgesamt und konkret in Sachsen-Anhalt. Kaum betroffen von der neuen Struktur ist das GÜZ Letzlingen. Etwa 16000 bis 20000 Soldaten nehmen dort pro Jahr an der Ausbildung teil. Darum werden in den kommenden Jahren auch Millionen Euro investiert, um das Gefechtsübungszentrum "von der ersten Bundesliga in die Champions League zu führen", erklärte er. Damit meinte er das urbane Zentrum, das bis 2016 südlich der vorhandenen Landebahn gebaut wird (wir berichteten). Rund 600 Häuser, aber auch ein Bahnhof und Industriebauten sollen entstehen für das Training der Soldaten. Aber nicht nur für sie, erklärte der Oberst. Auch zivile Einsatzkräfte wie Feuerwehren oder der Katastrophenschutz könnten dort an konkreten Szenarien üben. Das urbane Zentrum, das den Namen Schnöggersburg bekommen soll, werde eine "europaweit einmalige Einrichtung", sagte der Leiter des Gefechtsübungszentrums.
Der Katastrophenschutz ist ein Thema, mit dem sich Hans Thiele, als Dezernent in der Kreisverwaltung tätig, nicht nur beruflich beschäftigt. Als Oberstleutnant der Reserve ist er auch aktiv im Reservistenverband. Er gehört zu den zehn Reservisten, die im Altmarkkreis Salzwedel im Kreisverbindungskommando mitarbeiten. Solche Kommandos gibt es in allen Landkreisen. Für Sachsen-Anhalt wird derzeit zudem eine regionale Sicherungs- und Unterstützungsgruppe vorbereitet, zu der dann 100 Reservisten gehören werden, die im Katastrophenfall, zum Beispiel bei Hochwasser, eingesetzt werden.
Wie wichtig dies künftig werden könnte, zeigte auch Rüdiger Erben, stellvertretender Vorsitzender und innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, auf. Schon in den vergangenen Jahren sei deutlich geworden, dass die Bundeswehr wegen anderer Aufgaben, unter anderem Auslandseinsätzen, nicht mehr so verfügbar ist, wenn in Deutschland Hilfe benötigt wird. Erben verglich als Beleg für seine Aussage die Hochwassereinsätze der vergangenen Jahre. Während Ende der 1990er Jahre Bundeswehrtechnik noch fast unbegrenzt zur Verfügung stand, war dies im vergangenen Jahr an der Schwarzen Elster schon deutlich schwieriger, weil die Technik zum Teil im Ausland ist oder von alt auf neu umgerüstet wird.
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