
In einer schnelllebigen Zeit macht es sich mitunter nötig, ganz bewusst Ruhephasen im Alltag zu organisieren. Schon Grundschüler können von richtigen Entspannungstechniken profitieren.
Iden l Die Zeiten, da autogenes Training (Entspannung durch Autosuggestion) belächelt wurde, sind lange vorbei. Das in den 1920er Jahren aus der Hypnose abgeleitete Verfahren gilt als anerkannte Therapie, entsprechende Kurse werden in Deutschland von vielen Krankenkassen bezuschusst, weil sie nicht nur gut für das Wohlbefinden sind oder Selbstheilungskräfte mobilisieren, sondern teilweise sogar Medikamente ersetzen können.
In einer von immer mehr Reizen überfluteten Zeit sind die bewusste Entspannung und Ruherituale inzwischen sogar für Kinder interessant, auch wenn es denen ungleich schwerer fällt, sich auf sich selbst zu konzentrieren. Dass das autogene Training schon mit Sechs- bis Zehnjährigen möglich ist, beweist derzeit die Walslebener Heilpraktikerin Helgrid Rösler in Zusammenarbeit mit dem Idener Grundschulförderverein und mit Gesundheitsberaterin Sylvia Pempel, in deren Praxis die Schnupperkurse seit Anfang des Jahres freitags nach und nach für alle Klassen der Bildungseinrichtung über die Bühne gehen.
Für Kinder, die vielfach schon unter einem gewissen Leistungsdruck stehen, kann das autogene Training genauso nützlich sein wie für Kinder, die besonders lebhaft und mit Ruhe nicht richtig vertraut sind oder sich nur schwer konzentrieren können, erklärt die Heilpraktikerin, die selbst eine Tochter in der Schule hat und Mitglied des Fördervereins ist. Dabei ist Helgrid Rösler klar, dass sie sich dem Thema angesichts ihres jungen Publikums spielerisch über Märchen-, Phantasie- und Traumreisen nähern muss, bis die Mädchen und Jungen in sich ganz bewusst Ruhe, Schwere und Wärme erzeugen können. In jedem Fall glaubt sie so auch einen Grundstein für einen später in sich ausgeglichenen und in sich ruhenden Jugendlichen und Erwachsenen legen zu können. Für den Vorsitzenden des Schulfördervereins, Rainer Pempel, im früheren Berufsleben selbst einmal Lehrer, steht der Nutzen für den Nachwuchs außer Frage. Wie sich die Sache entwickelt, werde die Resonanz bei den Kindern, aber auch bei den Eltern zeigen. Wie es mit der bestellt ist, werde ermittelt, wenn alle Schüler an einer Schnupperstunde teilgenommen haben. Denkbar wäre zum Beispiel eine Arbeitsgemeinschaft. Der Verein könnte sicher auch einen gewissen Teil für die Kostendeckung beisteuern.
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