Zum 26. Mal fand am Sonnabend im ostelbischen Ferchland das Eisbaden statt. Mehr als zehn Tangermünder waren mit von der Partie - traditionell und nach wie vor unerschrocken als ein Verein von 24 mit etwa 180 Teilnehmern.
Tangermünde/Ferchland l Wer hätte das gedacht? Monatelang hält der Winter sich zurück. Doch pünktlich zum Eisbaden in Ferchland zeigt er, was er kann, bringt Eis und sogar Schnee mit. Und so passte die natürliche Kulisse am Sonnabend hundertprozentig, als neben 23 Vereinen aus allen Teilen der Bundesrepublik auch die Tangermünder Wasserplumpser an den Feuerlöschteich kamen.
Michael Bäther und Roswitha Lindner, seit vielen Jahren dabei, sind umgeben von etlichen anderen Elbestädtern, die mit ihnen zusammen beim Ferchländer Eisbaden ins Wasser steigen. Da es aufgrund des höheren Wasserstandes im Löschteich in diesem Jahr etwas eng am Ufer wird, haben einige Elbestädter von Bekannten schon einmal Plätze im Sand reservieren lassen. Planen und Handtücher, "wie im Badeurlaub auf Mallorca", bemerkt Moderator Gerhard Fabian, werden ausgebreitet, obwohl weit und breit noch kein Eisbader zu sehen ist. Die kommen erst kurz vor 14 Uhr mit dem Festumzug am Löschteich an. Gut 30 Fußmarsch zum Aufwärmen liegt hinter ihnen. Der Fanfarenzug aus Lüderitz ist vorangegangen.

Während die Eisbader sich ausziehen und ihre Kostüme zur Schau stellen, andere gleich mit ihrer kompletten Kostüm-Ausstattung auf ihren Einsatz im Eisbad warten, stellte der Moderator noch einmal die Sponsoren vor, die seit Jahren das kleine Volksfest am Rande von Ferchland möglich machen. Zu Hochzeiten lockte das Eisbaden auch tausende Besucher an. "2300 haben wir schon einmal gezählt", erinnert sich Gerhard Fabian. Doch von dieser Zahl bleibt Ferchland auch an diesem Sonnabend wieder weit entfernt. Dafür sind es einige Hundert, die vom Rand des Löschteiches hinab auf die Eisfläche und die vom Eis befreite Badefläche schauen und fast 200, für die die "kleine Badewanne", wie sie der Moderator nennt, zur Verfügung steht. Nacheinander steigen die 24 Vereine in das eiskalte Wasser. Singen gehört dazu. Manche haben ihren eigenen Mut-Slogan, wahrscheinlich um sich selbst von der schockierenden Kälte abzulenken.
Sollte es einem der Eisbader doch einmal nicht bekommen, statt angenehmer 37 Grad Wassertemperatur nur null Grad auf der Haut zu spüren, stehen Retter der Johanniter am Ufer bereit. Aber auch direkt im Wasser könnte es Hilfe geben. Einsatztaucher der Tangermünder Ortsgruppe der DLRG begleiten das Eisbaden seit vielen Jahren. Am Sonnabend war Taucher Torsten Schiess voll ausgerüstet an der einen Seite des Teiches im Wasser in Einsatzbereitschaft. Auch Jan-Uwe Merkel hatte sich als Rettungsschwimmer in einen Schutzanzug gestellt und beobachtete das Badetreiben von der anderen Seite der Wasserstelle. Eingreifen mussten sie, wie all die Jahre zuvor, jedoch nicht.
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