Große Freude beim SSC

Die Aufregung war riesig, am Ende hat alles geklappt und die F-Junioren durften sich mit der U-21-Nationalmannschaft über einen 8:0-Sieg freuen. Zuvor hatten Bruno, Thure, Leon Co. vom Schönebecker SC die Spieler als Einlaufeskorte auf das Spielfeld begleitet. "Dieser Abend wird meinen Jungs, deren Eltern und mir in ewiger Erinnerung bleiben. Die Begrüßung, das Einlaufen, die Nationalhymne - die Jungs haben sich einfach prächtig gefühlt", sagte Betreuer Ingolf Klein.

Magdeburg l Die große Fußball-Euphorie nach dem Gewinn des vierten Weltmeister-Titels für Deutschland im Juli scheint schon wieder verflogen. Bereits das WM-Qualifikationsspiel von Manuel Neuer & Co. am Sonntag in Dortmund gegen Schottland (2:1) war überraschend nicht ausverkauft.

Regelrechte Tristesse - einige sprachen sogar von einer Geisterspiel-Atmosphäre - herrschte am Dienstag beim 8:0-Sieg der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen Rumänien in der Magdeburger MDCC-Arena. Gerade einmal 2163 Zuschauer wollten das letzte Gruppenspiel in der EM-Qualifikation sehen. Selbst bei den Viertliga-Spielen des 1. FC Magdeburg kommen regelmäßig mehr als doppelt soviele Fans - von der Stimmung ganz zu schweigen.

U21-Nationalfußballer enttäuscht über Fan-Mangel


"Ich kenne das so aus meinem Verein, da ist das Publikum auch immer sehr überschaubar", frotzelte Danny da Costa nach dem Abpfiff. Der Torschütze zum 6:0, der in der 2. Liga für den FC Ingolstadt kickt, läuft im Audi-Sportpark auch vor eher bescheidenen Kulissen auf. Immerhin bescheinigte da Costa dem Magdeburger Publikum: "Die Stimmung war prächtig."

U-21-Trainer Horst Hrubesch machte dagegen aus seiner Enttäuschung über die wenigen Fans kein Hehl. Mit gerade 2163 Besuchern lag die Zuschauerzahl auch deutlich unter der vom 2:0 am vergangenen Freitag gegen Irland in Halle. "Halle hat mir richtig gut gefallen. Die Zuschauer haben wirklich Stimmung gemacht. Hier war das Bild ein anderes und schon ein bisschen enttäuschend", sagte Hrubesch nach dem Spiel.

Enttäuscht zeigte sich auch Sachsen-Anhalts Landes-Präsident Erwin Bugar. "Der Besuch war nicht zufriedenstellend. Schade. Allerdings hatten wir keinen Einfluß auf die Terminierung", sagte Bugar. So sei es beispielsweise aufgrund der Anstoßzeit schwierig gewesen, Schulklassen für das Spiel zu mobilisieren.

Deutschlands Nachwuchsfußballer haben harte Konkurrenz


Immerhin bleibt der FSA aber nicht auf den Kosten sitzen. "Wir sind keine finanziellen Verpflichtungen eingegangen, das war Sache des DFB", so Bugar, der darauf hofft, dass Sachsen-Anhalt auch in Zukunft hochkarätige DFB-Veranstaltungen erhält. Klar ist bereits, dass der Frauen-Hallenpokal am 17. Januar zum sechsten Mal in der Getec-Arena stattfindet. Das Turnier wird allerdings letztmalig in seiner Form ausgetragen.

Hrubesch richtete derweil den Blick auf den Freitag. Dann wird in Nyon (Schweiz) der Play-off-Gegner für Deutschland ermittelt. Nur die Sieger erreichen die EM-Endrunde im nächsten Sommer in Tschechien. Als souveräner Gewinner der Gruppe 6 gehören die Deutschen zwar zu den gesetzten Teams, im Lostopf befinden sich aber Gegner wie die Ukraine, Serbien oder die Niederlande.

Gespielt wird Mitte Oktober an Hrubeschs alter Wirkungsstätte in Essen. Hrubesch: "Ich freue mich, mal wieder nach Essen zu kommen. Ich bin davon überzeugt, dass dort das Stadion ausverkauft sein wird - erst recht, wenn es gegen die Niederlande geht."