Mageburg/Eisenach l Noch zwei Schritte ist der SC Magdeburg vom vielzitierten Saisonziel "Final Four" entfernt. Auf dem Weg nach Hamburg, wo traditionell im Mai das Halbfinale und Finale im DHB-Pokal über die Bühne gehen, muss am heutigen Mittwoch erst einmal die Achtelfinal-Hürde ThSV Eisenach genommen werden. Anwurf in der Werner-Aßmann-Halle ist um 19.30 Uhr.

SCM-Sportchef Steffen Stiebler, der den Pokalsieg 1996 noch in guter Erinnerung hat, nimmt das Ziel fest ins Visier: "Als Verein würde es uns richtig gut tun, es mal wieder zum Final Four zu schaffen." Allerdings sei Eisenach kein Gegner, den man unterschätzen dürfe, zumal der neue Trainer Velimir Petkovic für frischen Wind beim Zweitligisten gesorgt habe. "Uns erwartet eine aggressive Abwehr, die uns mit vielen Emotionen gegenüberstehen wird. Da müssen wir mit gleicher Intensität gegenhalten." Trainer Geir Sveinsson, der gestern lediglich hinter dem Einsatz von Yves Grafenhorst (Sprunggelenksverletzung) ein Fragezeichen setzte, sieht es ähnlich: "Eisenach wird alles versuchen, uns das Weiterkommen so schwer wie möglich zu machen."

Die Thüringer fiebern schon seit Tagen dem Ostderby vor ausverkaufter Kulisse entgegen. "Noch zweimal schlafen ...", hieß es Montagmittag auf der Facebook-Seite des Vereins. Die Fans versuchten sich indes mit alten Handball-Weisheiten Mut zu machen: Der Pokal hat eigene Gesetze. Jedes Spiel beginnt bei 0:0. Als Außenseiter kannst du nur gewinnen. Magdeburg hat viel zu verlieren. Jedes Spiel dauert 60 Minuten - Pokalspiele manchmal länger.

Doch auch sportlich haben sich die Gastgeber auf das Ostderby eingestimmt: Am 3. Advent feierte der ThSV einen 30:21-Kantersieg bei Eintracht Baunatal. Über 350 mitgereiste Fans hatten dabei ein von Petkovic perfekt eingestelltes Team gesehen, das dem Spiel in überzeugender Manier den Stempel aufgedrückt hatte.

Nach dem völlig verpatzten Saisonstart des Absteigers (7:9 Punkte) hatte Petkovic, der von 2004 bis Dezember 2013 Trainer bei FrischAuf Göppingen war, unmissverständlich die Marschrichtung vorgegeben: "Zurück in die 1. Bundesliga!" Und er wusste auch genau, wie das gehen könnte: "Wir wollen 60 Minuten Tempohandball spielen. Jeder muss dazu bereit sein, ob er in der Startformation steht oder später kommt, und sein Maximum geben." Von der Qualität seines Personals war der Coach von Beginn an überzeugt. "In der Mannschaft steckt mehr Potenzial, als sie gezeigt hat. Es muss nur die mentale Blockade gelöst werden." Das scheint dem 58-Jährigen nunmehr gelungen, wie die jüngste Serie von vier Siegen in Folge unterstreicht.

Dennoch sieht Petkovic die Rollen klar verteilt: "Schade, dass Magdeburg derzeit solch einen Lauf hat. Doch wir dürfen nicht vom Respekt vor dem Favoriten gelähmt werden. Wir müssen den Glauben an eine Sensation haben. Menschen können einen schlechten Tag haben. Den müssen wir provozieren."