Magdeburg l Steffen Stiebler hat am Sonnabend seine extreme Sachlichkeit verlassen und ist dem Club der Schwärmenden beigetreten. Man kann nach sieben Siegen in Folge nun wirklich nicht alles aus der nüchternen Perspektive erklären, das weiß auch der Sportliche Leiter des SCM. In den Katakomben der Nürnberg-Arena war also der Zeitpunkt gekommen, 45 Minuten nach dem 28:19-Sieg der Magdeburger gegen Erlangen, als Stiebler mit heiserer Stimme und leichtem Lächeln zum Spiel seiner Mannschaft erklärte: "Im Moment ist es wirklich schön anzusehen." Und wenn die Dunkelheit im langen Flur nicht für eine optische Täuschung gesorgt hat, war sogar ein Funkeln in seinen Augen zu erkennen.

Stiebler hat seinen Eindruck zeitlich eingegrenzt, weil "man im Hinterkopf behalten muss, dass es nicht immer so bleiben wird" in Anbetracht der vielen Schlachten, die noch folgen werden. "Wo wir jetzt stehen", meinte der 43-Jährige über Tabellenplatz vier, "haben wir das Optimum erreicht, darauf kann die Mannschaft stolz sein." Einschließlich Sportlichem Leiter und Trainer Geir Sveinsson. Aber genießen geht nur bis zur nächsten Aufgabe, und die erwartet den SCM heute mit dem Bergischen HC (13.) in der Getec-Arena (19 Uhr). "Das wird kein Selbstläufer, wie der Sieg des BHC gegen die Füchse Berlin (30:25/d. Red.) gezeigt hat", sagte Stiebler - ganz sachlich.

"Der BHC kommt mit breiter Brust zu uns - aber das ist unser Weihnachtsspiel", meinte Robert Weber, der mit 151 Toren die Schützenliste der Liga anführt. 6 100 Fans wollten bis gestern die Partie sehen. Deswegen mahnte der 28-Jährige zur Konzentration bis zum letzten Wurf. Der erfolgt 2014 wiederum erst am Freitag, wenn Magdeburg nach einer 550 Kilometer langen Reise in Göppingen (5./EWS Arena, 17.15 Uhr) antritt.

Dabei sein wird auch Bartosz Jurecki, der seinem Abschied vom SCM entgegengeht und der von seinem Nachfolger am Kreis bald erfahren wird. Ganz sicher wird dieser dann nicht Bartosz Jurecki heißen, schloss Stiebler einen Rücktritt von der Entscheidung, den Vertrag mit dem 35-Jährigen nicht zu verlängern, aus. Und er ergänzte zum Vorstellungstermin des neuen Mannes: "Das kann morgen, nächste Woche oder am 3. Januar passieren."