Samswegen l Mit ihren rot-weißen Nikolaus-Zipfelmützen zur Eröffnung des Duells gegen die KG Schwedt/Stralsund (Endstand 683,2:620,4) hatten die Samsweger Bundesliga-Gewichtheber gezeigt, dass sie Spaß verstehen. Aber selbst nach einem Viertel der Veranstaltung hatten Nico Krüger, Ronny Winter und Stefan Bruse den Ernst des Stemmer-Abends wohl noch nicht völlig verinnerlicht. Da lagen die Gastgeber, die sich einen Gesamtsieg mit mehr als 700 Punkten vorgenommen hatten, zum Entsetzen der Fans mit 27 Zählern hinten - Quittung dafür, dass das Samsweger Start-Trio zwei Drittel seiner neun Versuche im Reißen "in den Sand gesetzt" hatte. Die Stimmung hellte sich dann zwar auf, als Neuzugang Tomasz Zielinski, Mark Eckhardt und Dirk Springer zur Wettkampfhalbzeit eine knappe 229,6:229,2-Führung herausgestemmt hatten.

Dem Samsweger Trainer Hartmut Stellmacher standen da immer noch die Schweißperlen auf der Stirn: "40 Punkte haben wir allein im Reißen verschenkt, und das bei Lasten, die der Rede nicht wert waren."

Und so blieben die Heber aus dem Bördekreis am Ende deutlich unter den angepeilten 700 Punkten. Dennoch sei positiv vermerkt, dass der Olympianeunte Zielinski und Routinier Springer mit jeweils sechs gültigen Versuchen glänzten.

Der SSV 1884 Samswegen überwintert auf Platz drei in der Bundesliga-Ostgruppe und hat nach Lage der Dinge gute Aussichten, am Saisonende hinter Top-Favorit Chemnitzer AC auf Rang zwei zu landen.

Auch finanziell segeln die Samsweger in sicheren Gefilden. Zum einen sind die Einnahmen aus Eintrittsgeldern nach einem dramatischen Einbruch vor etwa sechs Jahren wieder im Wachsen begriffen. Zum anderen verursacht der Einsatz von Neueinkauf Zielinski deutlich weniger Kosten als sein Vorgänger, der Albaner Ervis Tabaku. Denn während Tabaku wochenlang in Samswegen untergebracht und versorgt werden musste, reist Zielinski am jeweiligen Wettkampftag an und nach dem Sport gleich wieder in seine polnische Heimat ab. Die zusätzlichen Kosten für Zielinski dank seinem Mehr an Bundesligapunkten beziffert Maik Spereiter als "nicht sonderlich ins Gewicht fallend". Der leitende Angestellte bei der Kreissparkasse Börde betrachtet sein Ehrenamt als Präsident des Fördervereins Gewichtheben als "willkommene Abwechslung" und sieht den Bundesligisten finanziell "mit unserem Saison-Etat im mittleren fünfstelligen Bereich auf sicheren Füßen".