Magdeburg l Der Mann hat viele Gesichter. Er wechselt zwischen Bart und ohne Bart, zwischen Stoppelfrisur und voller schwarzer Pracht. Zeljko Musa ist rein äußerlich irgendwie immer ein anderer. Den Beweis liefern seine Porträtbilder auf der Internetseite des kroatischen Handball-Verbandes, des Europäischen Handball-Verbandes, auf Wikipedia oder - ganz neu - auf der Seite des SCM.

Zeljko Musa ist nämlich der neue Kreisspieler des Magdeburger Bundesligisten ab der kommenden Saison. Er ersetzt Bartosz Jurecki, dessen Vertrag nach neun Jahren nicht verlängert wurde. "Er ist ein kompletter Spieler und eine Bereicherung für unsere Abwehr-Varianten", erklärte der Sportliche Leiter Steffen Stiebler gegenüber der Volksstimme. Und er kostet keine Ablöse. "Er und sein Verein haben sich einvernehmlich auf die Auflösung seines Vertrages, der über die laufende Saison hinausging, geeinigt", so Stiebler.

Gemeinsame Vergangenheit mit Marko Bezjak

Musas aktueller Verein ist Vive Kielce (Polen), für den er in der laufenden Champions-League-Saison acht Tore erzielte, und dessen Geschäftsführer der ehemalige SCM-Trainer Bogdan Wenta ist. "Zelj-ko bringt eine große internationale Erfahrung mit", betonte Stiebler.

Einen Besuch hat Musa der Elb-Metropole bereits abgestattet. Er war zum Medizincheck, er erlebte eine Stiebler-Stadtführung - "und er war von Magdeburg begeistert", berichtete der Sportchef. Aber entscheidend für die Verpflichtung des 28-jährigen Kroaten wird vor allem die gemeinsame Vergangenheit mit Marko Bezjak gewesen sein. Beide Akteure kämpften bereits für den slowenischen Spitzenverein RK Gorenje Velenje.

Blindes Verständnis zwischen Passgeber und Kreisspieler hatte beim SC Magdeburg mit dem Norweger Stian Tönnesen und Jurecki einst für viele Siege gesorgt. Und "Zeljko Musa ist auf Augenhöhe mit Jacob Bagersted", erklärte Stiebler außerdem. Eine echte Alternative zum 27-jährigen Dänen also, aber nicht nur am Kreis.

Musa ist ein Abwehrtalent

Musa, der mit dem Nationalteam seines Landes an der WM in Katar (15. Januar bis 1. Februar) teilnehmen wird, verfügt über ein ausgeprägtes Abwehrtalent. "Er kann viele Varianten spielen, zentral in der 5-1 oder 3-2-1, aber auch in der 6-0", sagte Stiebler. Eine zusätzliche Variante zur 6-0 hat der SCM in dieser Saison selten benötigt, aber sie könnte wichtig werden, wenn es im europäischen Wettbewerb um Siege geht.

Musa selbst ist "glücklich und hoch motiviert, für so einen großen Club wie den SCM spielen zu können", wird er in der Mitteilung des Vereins zitiert. "Ich möchte dazu beitragen, dass der SCM in Zukunft eine feste Größe in den internationalen Wettbewerben wird und perspektivisch um Titel mitspielen kann." Wie das geht, weiß Musa: Mit Kielce wurde der Zwei-Meter-Mann 2013 und 2014 polnischer Meister. Allein seine äußere Erscheinung spielte dabei keine Rolle.